Stickstoff

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Stickstoff ist ein Hauptnährelement in der Pflanzenernährung. Er wird in Wasser gelöst über die Wurzeln aufgenommen. Sein chemischer Name ist Nitrogenium (N).

Aufgaben von Stickstoff in der Pflanze

Stickstoff ist das Nährelement, welches am stärksten den Massenzuwachs einer Pflanze unterstützt. Es wird zum Aufbau von Chlorophyll benötigt und ist somit entscheidend für das Blattwachstum. Außerdem wird es zum Aufbau von Eiweißen benötigt.

Aufnahme von Stickstoff

Obwohl Stickstoff ein gasförmiges Element ist und der Hauptbestandteil unserer Atemluft ist, nehmen Pflanzen keinen Gasförmigen Stickstoff (N2) aus der Luft auf. Stattdessen wird der Stickstoffbedarf über gelöstes Ammonium (NH4+) oder Nitrat (NO3-) über die Wurzeln aufgenommen. Ein entscheidender Faktor für die Löslichkeit von Stickstoff ist der PH-Wert des Bodens: Bei sauren Böden mit einem PH-Wert von unter 5 ist die Verfügbarkeit von Stickstoff eingeschränkt.

Es ist daher für das Pflanzenwachstum entscheidend, dass genügend löslicher Stickstoff im Boden vorhanden ist. Nitrat wird dabei jedoch schnell ausgewaschen und geht in Grundwasser und Gewässer über. Ammonium kann hingegen gut in Humus gespeichert werden und der Pflanze bei Bedarf zur Verfügung stehen. Ein entscheidender Faktor bei der Pflanzenernährung ist daher der Aufbau eines gesunden Humusbodens.

Nur wenige Pflanzen sind in der Lage Stickstoff aus der Luft zu verwerten. Sie tun dies indirekt über eine Symbiose mit Bakterien, die an ihren Wurzeln leben (Knöllchenbakterien). Bekannt ist diese Fähigkeit vor allem bei den Leguminosen (Hülsenfrüchten), aber auch einigen Bäumen.

Künstlicher Stickstoffdünger wird größtenteils nach dem Haber-Bosch-Verfahren aus der Luft gewonnen

Mangelerscheinungen

Das deutlichste Zeichen für einen Mangel an Stickstoff ist die Verfärbung der Blätter in eine hellgrüne bis gelbgrüne Farbe (Chlorose). Da Stickstoff in der Pflanze relativ frei verlagert werden kann und die Pflanze möglichst die jungen Blätter zuerst versorgt, zeigt sich die Verfärbung typischerweise zuerst an den älteren Blättern.

Besteht der Stickstoffmangel längere Zeit wird die Pflanze vor allem schwach wachsen. Sowohl das Längen- und Dickenwachstum als auch das Wachstum der Blätter werden deutlich verringert. In extremen Fällen wird die Pflanze ihre Blätter und Blüten abwerfen.

Die Wurzeln sind bei Stickstoffmangel typischerweise lang aber wenig verzweigt.

Überdüngung

Wie für alle Pflanzennährstoffe gilt auch für Stickstoff das Optimumgesetz, welches aussagt, dass eine Überversorgung mit einem Nährstoff das Wachstum verringern kann.

Eine Überdüngung mit Stickstoff erkennt man an weichen, instabilen und übergroßen Pflanzenteilen, vor allem aber Blättern. Von der Vergeilung durch Lichtmangel kann es unterschieden werden, weil bei Stickstoffüberschuss die Blätter dunkelgrün sind, bei Vergeilung jedoch eher hell.

Dadurch, dass die Pflanzenteile weich und labbrig sind, bilden sie keinen ausreichenden Schutz aus. Sie verlieren ihre Resistenz gegen Krankheiten und Frostschäden. Mit vermehrtem Befall von saugenden Schädlingen wie Blattläusen muss gerechnet werden.

Bei extremer Überdüngung kommt es Verfärbungen und Schäden an den Blatträndern.

Stickstoffdünger

Bei Versorgung durch Kunstdünger wird Stickstoff von allen Volldüngern (NPK Düngern) zur Verfügung gestellt. Es gilt daher auch als Kernnährelement.

Das größte Problem bei der N-Düngergabe ist die Ermittlung der optimalen Düngermenge. Diese hängt vom Humusgehalt des Bodens, von der Auswaschung, vom PH-Wert des Bodens und dem Eintrag von Pflanzenmasse ab. Für Hobbygärtner ist es daher schwer möglich zielgenau mit Stickstoff zu düngen. Hier sollte entweder erst bei Mangelerscheinungen mit der Gabe von kleinen Mengen ausgeglichen werden, oder direkte eine organische und langsam wirkende Nährstoffversorgung gewählt werden.

So zersetzen sich z.B. Hornspäne nur langsam und geben nach und nach ihren Stickstoff an Boden und Pflanzen ab. Eine plötzliche Auswaschung oder Überdüngung wird somit vermieden. Noch besser ist eine Kompostwirtschaft, am besten mit Flächenkompost, die den Humusgehalt des Bodens und damit seine Speicherfähigkeit aufbaut. Probleme durch Stickstoffmangel werden so langfristig und nachhaltig vermieden.

Zur kurzfristigen Versorgung bei akuten Mängeln oder zur punktuellen Versorgung eignet sich die Blattdüngung mit Flüssigdüngern. Zur Stickstoffversorgung hat sich hier vor allem Harnstoff bewährt.

Gesundheitsschädliche Wirkung

Durch Überdüngung kann sich Nitrat in den Pflanzen anreichern. Vor allem über Blattsalate wird dieses Nitrat vom Menschen aufgenommen und teilweise in gesundheitsschädliche Nitrite und Krebserregende Nitrosamine umgewandelt. Bei Säuglingen besteht sogar Erstickungsgefahr durch zu hohe Nitratgehalte in der Nahrung.

Überschüssiger Dünger wird oft ausgewaschen und landet dann über das Trinkwasser im menschlichen Körper.

Daher sollte bei der Stickstoffdüngung niemals nach der Devise "viel hilft viel" verfahren werden. Vielmehr sollte mit Augenmaß und möglichst mit langsam löslichen Düngern gearbeitet werden.

Stickstoffreiche Düngemittel

Neben den künstlichen / mineralischen Düngemitteln, gibt es eine Reihe natürlicher Dünger die sich zur Stickstoffdüngung eignen. Mineralische Dünger wirken dabei meist schneller und haben genaue Angaben über ihre Inhaltsstoffe. Organische Dünger wirken dafür meist länger und dienen oft zusätzlich dem Humusaufbau.

Für organische Düngung gilt die Grundregel, dass grüne Pflanzenteile tendenziell viel Stickstoff enthalten, während holzige Pflanzenteile tendenziell mehr Kohlenstoff enthalten. Für die Stickstoffzufuhr eignen sich daher die Gründüngung und die Flächenkompostierung.

Auch eignet sich abgelagerter Mist, hier vor allem Pferdemist, um die Versorgung sicherzustellen. Horndünger dagegen sind im Handel gängig und werden in verschiedenen Ausführungen abgepackt angeboten. Horn enthält praktisch nur Stickstoff und eignet sich damit zur gezielten Einzelnährstoffdüngung. Horndünger wirken je nach Partikelgröße eher langsam. Grobe Horndünger werden als Hornspäne bezeichnet und wirken am langsamsten. Horngrieß sind zerkleinerte Hornspäne, bei Hornmehl sind sie sogar pulverisiert und wirken am schnellsten.

Auch Kräuterjauchen, vor allem Brenneseljauche, sind Stickstoffhaltig und als Flüssigdünger im Hausgarten geeignet.

Siehe auch

Weblinks

Angebote zu Stickstoff


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