Pflanzenetiketten

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Pflanzenetikett für Mädchenauge vom Staudenring (Vorder- und Rückseite)

Pflanzenetiketten und Pflanzenschilder können beim Kauf und bei der Pflege von Pflanzen wichtige Informationen über ihre Eigenschaften und Bedürfnisse festhalten.

Pflanzenetiketten richtig lesen

Pflanzenetikett mit Erklärungen

Pflanzeneigenschaften

Die kauf entscheidenden Eigenschaften der Pflanzen sind bei professionell gedruckten Etiketten meist auf der Vorderseite angebracht. Hierzu gehören vor allem die Blütenfarbe und die Blütezeit. Häufig werden die Blüte und die Wuchsform auch auf einem Foto dargestellt. Hinzu kommt die typische Wuchshöhe (Symbol ↑) und der botanische Name.

Der botanische Name ist dabei entscheidend, um sich später im Detail über die Pflanze informieren zu können. Deutsche Namen und Handelsbezeichnungen sind meist nicht eindeutig und führen häufig zu Verwechslungen und zu Verwirrung bei Käufern sowie Gärtnern.

Als zusätzliche Information kann angegeben werden, ob die Pflanze zum verzehr geeignet (essbar, 🍽) oder giftig ist. Teilweise wird auch aufgeführt, ob es sich um eine Bienenweide (🐝) oder Schmertterlingsweide (🦋) handelt, ob die Pflanze einen intensiven Duft verströmt, oder ob sie sich für Schnittblumensträuße eignet (🎕)

Weiteres wird teilweise in einem Fließtext angegeben.

Pflegehinweise

Zeitangaben

Auf Pflanzenetiketten werde zeitliche Angaben meist als römische Ziffern angegeben, die den Monat beschreiben. Eine Blüte mit einer römischen 5 und 6 daneben (⚘V-VI) gibt also an, dass die Pflanze typischerweise im Mai und Juni blüht.

Standortangaben

Bei professionellen Staudengärtner wird der Standort oft in Form von Lebensbereichen angeben. Dort liest man z.B. B-so-2 für eine Pflanze, die gerne im Beet, in frischem Boden und bei voller Sonne steht. Mehr zu diesen Angaben finden Sie im Hauptartikel: Lebensbereiche.

Im Gartenhandel werden die Standortangaben hingegen meist stark vereinfacht dargestellt. So gibt es zum Beispiel eine Sonne (☼) für vollsonnigen Standort und eine halbe Sonne für schattigen Standort.

Verwendung

Beispiele für Symbole auf Pflanzenetiketten

Angaben zur Verwendung können zum Beispiel anzeigen, wann die Pflanze im freien gepflanzt werden sollte (Symbol: Schaufel mit Monatsangabe). Eine Schere mit Monat gibt an, wann ein Rückschnitt erfolgen kann (✂ VI-VII).

Manchmal findet man weitere Angaben zur Frosthärte und zum empfohlenen Winterschutz. Dies ist vor allem bei nicht winterharten Kübelpflanzen sinnvoll.

Auswahl von Etiketten

Will man selber Pflanzenetiketten anfertigen ist vor allem wichtig, dass sie Wetterfest sind und die Beschriftung auch nach längerer Zeit im Freien noch gut lesbar ist.

Material

Im Fachhandel ist eine Vielzahl von Etiketten verfügbar. Beim Material ist von Kunststoff über Ton und Holz bis hin zu Edelstahl und Schiefer fast alles vertreten. In der Praxis eignen sich dünnere Kunststoffetiketten nur für die kurzfristige Verwendung, z.B. bei der Anzucht. Wenn sie hingegen länger der UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht im Freien ausgesetzt werden, werden sie brüchig.

Holzetiketten zeigen Zersetzungserscheinungen, wenn sie Kontakt mit Erde und Feuchtigkeit haben. Sie eignen sich aber zur umweltbewussten Kennzeichnung von Sämlingen und Stecklingen.

Form

Für Gehölze können Schlaufenetiketten verwendet werden, die um einen Ast oder den Stamm gewickelt werden. Sie sind dann in Augenhöhe und werden nicht vom Boden verschmutzt. Auch sind sie fest mit der Pflanze verbunden und gehen nicht so schnell verloren.

Für die Verwendung mit Kunststofftöpfen gibt es Stecketiketten mit einer speziellen Nase, die in einer Öffnung des Topfs einrastet. Diese werden viel im Verkauf verwendet. Ansonsten können Stecketiketten einfach in den Boden neben der Pflanze gesteckt werden.

Pflanzenschilder sind meist deutlich größer und stabiler als Etiketten. Sie dienen zur dauerhaften Kennzeichnung und werden nicht mit der Pflanze zusammen verkauft. Man sieht sie in botanischen Gärten, in Schaugärten und an Mutterpflanzen.

Beschriftung

Die Beschriftung der Etiketten ist vielfältig wie ihr Material. Im professionellen Einsatz werden häufig Kunststoff-Stecketiketten verwendet, die mit einem Drucker im Thermotransferverfahren wetterfest bedruckt werden.

Im privaten Umfeld sind wasserfeste Filzstifte ("Edding") verbreitet. Sie lassen sich gut auf den meisten Materialien verwenden, sind aber im Außeneinsatz meist schon nach wenigen Monaten nicht mehr lesbar.

Dauerhafte Lösungen sind geprägte, gestanzte und geritzte Pflanzenschilder. Bei Tonschildern wird die Beschriftung manchmal aus Ton modelliert. Werden solche Schilder fertig gekauft, sind meist nicht die exakten botanischen Namen angegeben. Fertigt man sie selber, ist die Herstellung sehr aufwendig und teuer.

Pflanzenschilder können mit Klebeetiketten kombiniert werden. Je nach Material und Druckverfahren kann diese Kombination mehr oder weniger haltbar sein. Wird das Etikett zusätzlich laminiert, kann diese Lösung relativ lange der Witterung standhalten.

Für die kurzfristige Beschriftung von Sämlingen genügt jedoch meist schon Bleistift auf einem Holzetikett.

Pflanzenetiketten richtig anbringen

Ein wichtiger Faktor bei der Alterung von Etiketten ist UV-Strahlung. Daher sollten Etiketten möglichst im Schatten der Pflanzen (Nordseite) angebracht werden. Auch die Beschriftung sollte von der Sonnenseite weg gedreht werden.

Die Etiketten sollten dauerhaft an der Pflanze bleiben. Dazu sollten sie möglichst nah an der Pflanze angebracht werden, so dass sie beim nächsten Umpflanzen mit ausgegraben werden. Schlaufenetiketten sollten so angebracht werden, dass sie beim nächsten Rückschnitt nicht beschädigt oder gar entfernt werden.

Siehe auch

Weblinks

Angebote zu Pflanzenetiketten

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