Barrierefreie Gärten

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Ein barrierefreier Garten kann helfen die Natur für Menschen mit den unterschiedlichsten Einschränkungen zugänglich zu machen. Dies betrifft nicht nur behinderte und ältere Menschen. Um barrierefrei zu sein muss der Garten zuallererst einmal zugänglich sein. Darüber hinaus soll er aber auch erlebbar und pflegbar sein.

Zugänglichkeit

Gerade in Gärten gibt es oft Barrieren, welche die Zugänglichkeit beeinträchtigen. Dabei muss nicht gleich der rollstuhlfreundliche Weg herangezogen werden um vielerlei Hindernisse aufzudecken.

Für die freie Bewegung im Garten müssen zuallererst die Wege geeignet sein. Sie müssen ausreichend breit, gut befestigt und rutschfest sein. Anstatt von Kies oder Rindenmulch sollten feste Oberflächen wie Pflastersteine oder Holzbohlen eingesetzt werden. Dies ermöglicht nicht nur die Befahrbarkeit mit Rollstühlen und Rollatoren, sondern verhindert auch das Einsinken von Gehstöcken und vermindert die Stolpergefahr.

Steigungen müssen flach ausgeführt werden. Treppen sind zu vermeiden, besonders wenn sie steil oder lang sind. Wo eine Treppe nötig ist kann ein gutes Geländer beim erklimmen helfen.

Gerade besondere Designelemente wie Brücken, Tore, Bögen o.ä. können schnell zu Einschränkungen führen. Brücken können Steil und rutschig sein, Bögen bilden oft schmale Durchgänge. Zumindest eine alternative Wegroute muss in solchen Fällen angeboten werden.

Erlebbarkeit

Ein Garten spricht immer alle Sinne an. Um allen Gästen ein schönes Erlebnis zu ermöglichen sollte aber gezielt darauf geachtet werden, dass die Sinne gleichmäßig angesprochen werden. Viele Gärtner bemühen sich vor allem um einen optischen Reiz durch bunte Blütenpracht.

Berührung

Um den Garten berührbar zu machen, sollte man auf Giftpflanzen verzichten oder sie an Plätze setzen, die nicht von den Wegen aus erreichbar sind. Dies betrifft vor allem auch phototoxische und ätzende Pflanzen, welche zu Schäden der Haut führen können. Ein naheliegendes Beispiel ist die Brennesel, welche das Gartenerlebnis für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen sehr unangenehm werden lassen kann.

Pflanzen mit besonderen Oberflächen wie behaarten oder wachsartigen Blättern können das ertasten hingegen interessant machen. Auch auf unterschiedliche Blattformen und -größen sollte geachtet werden. Bei Gehölzen können ausgeprägte und gefurchte Rinden das Tasterlebnis unterstützen.

Geruch

Der Geruch eines Gartens kann von der süsse der Blüten bis zum erdigen Geruch eines Waldstücks viele Facetten haben. Das Erlebnis kann noch unterstützt werden durch den Einsatz von Aromapflanzen, welche bei Berührungen ganz unterschiedliche Düfte verströmen. Auch stark duftende Blüten, am besten durch Gruppenpflanzungen verstärkt, können einem Garten markant riechende Punkte verleihen.

Geschmack

Essbare Pflanzen, vor allem mit markantem Geschmack, laden zum probieren ein. Oft bilden sie schnell den Mittelpunkt des Interesses. Naheliegende sind hier alle gängigen Küchenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Liebstöckel. Eine besondere Überraschung sind aber ungewöhnliche Pflanzen wie Lakritz-Tagetes, die für Spannung beim Erkunden sorgen.

Geräusche

Das Geräuscherlebnis kann durch verschiedene gestalterische Elemente unterstützt werden. Hierzu gehören unterschiedliche Oberflächen genau so wie plätschernde Wasserläufe. Am interessantesten sind jedoch natürliche Geräusche durch Vögel und Insekten. Es müssen nur entsprechende Lebensräume geschaffen werden und sie sorgen von ganz alleine für die Unterhaltung der Gartengäste.

Sehen

Natürlich bestimmen prächtige Blüten das Gartenerlebnis. Aber auch das Spiel von Licht und Schatten, farbiges und panachiertes Laub und ausgeprägte Herbstfärbungen können einen starken Eindruck hinterlassen. Hier sollte der Gärtner aus dem vollen Schöpfen und nicht nur auf die Blütenfotos in den Pflanzenkatalogen achten.

Erleben mit allen Sinnen

Für das Erleben mit alles Sinnen eignen sich ganz besonders essbare Aromapflanzen. Ein perfektes Beispiel ist Lavendel: Er verströmt starken Duft aus Blättern und Blüten, hat eine auffallende Blattfärbung und leuchtstarke Blüten, er ist in allen Teilen essbar und zudem noch ein Hummelmagnet. Der Zwergstrauch nimmt es auch nicht übel, wenn er mal etwas fester angepackt wird.

Weitere Beispiele für erlebbare Pflanzen sind:

  • Rosmarin
  • Thymian
  • Salbei
  • Minze
  • die meisten Küchenkräuter

Pflegbarkeit

Um den Garten ohne Einschränkungen pflegbar zu machen, sollten alle Teile leicht erreichbar sein. Die Beete sollten nicht breiter als eine Armlänge sein. Außerdem können Erhöhungen hilfreich sein.

Der Klassiker ist das Hochbeet, welches einfach aus einem ca. hüfthohen, mit Erde gefülltem, Holzrahmen besteht. In solchen Beeten ist das Arbeiten ohne Bücken möglich. Um die Zugänglichkeit noch weiter zu verbessern, kann eine Seite unterfahrbar gemacht werden.

Aber auch andere Erhöhungen wie Terassenbeete im Hang, Hügelbeete oder Kraterbeete können die Rückenbelastung senken. In professionellen Gärtnereien ist das Arbeiten auf Tischen in Gewächshäusern üblich. Auf Tischen aufgestellte Blumentöpfe vereinfachen die Pflegbarkeit weiter und erleichtern zudem den Austausch von Pflanzen.

Andererseits können auch Beete mit pflegeleichten mehrjährigen Pflanzen angelegt werden um den überhaupt notwendigen Pflegeaufwand zu verringern.