Hochbeet

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Hochbeet Ziegel.jpg

Hochbeete sind erhöhte Beete bzw. Pflanzgefäße, die meist zum Anbau von Gemüse und Kräutern verwendet werden. Klassische Hochbeete sind kastenförmig und in voller Höhe mit Erde bzw. Kompost gefüllt, welcher Kontakt zum Mutterboden hat.

Ursprünglich wurden Hochbeete vor allem als Möglichkeit zur Erleichterung der Gartenarbeit bei älteren Menschen und Behinderten beschrieben. Seit einigen Jahren jedoch sind sie ein Trendthema und damit auch bei jungen Gärtnern sehr beliebt. Vor allem die Entwicklung zu kleinen und urbanen Gärten hat der Verbreitung von Hochbeeten Vorschub geleistet.

Inzwischen werden diverse Bauformen als Hochbeete bezeichnet, von Palettenbeeten und Trögen auf Gestellen bis hin zu Tischbeeten. Diese Bauformen ermöglichen das Gärtnern auf kleinen und sogar auf versiegelten Flächen, wie Höfen, Terassen oder Balkons.

Formen von Hochbeeten

Kastenbeet anlegen und befüllen

Die meisten Hochbeete sind eckig und länglich. Diese Bauform ist zum einen einfach, zum andern ermöglicht sie die leichte Bearbeitung. Die Breite sollte dabei so gewählt werden, dass auch die Mitte ohne Probleme mit der eigenen Armlänge erreicht und gepflegt werden kann. Die Länge ist dabei variabel und vom vorhandenen Platz abhängig.

Mit moderen Materialien und Fertigungsmethoden sind den Formen von Hochbeeten inzwischen keine Grenzen gesetzt. Gängig sind vor allem auch runde und ovale Formen, welche im Garten als Designelement eingesetzt werden können.

Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl ist die Pflanztiefe, also die Tiefe der Erde im Gefäß, welches das Hochbeet bildet.

Kastenbeete

Kastenbeete sind die ursprüngliche und noch immer typische Form eines Hochbeets. Dabei wir auf den Mutterboden ein Kasten gestellt, der die Erhöhung darstellt. Es besteht Kontakt mit dem Boden und der gesamte Kasten ist befüllt. Im englischen werden sie als raised bed bezeichnet.

Werden Hüfthohe Kästen eingesetzt, ist eine mühelose Pflege ohne Bücken möglich. Werden die korrekten Ausmaße berücksichtigt, kann das ganze Beet bequem und ohne langstielige Werkzeuge bearbeitet werden. Typische Maße sind dabei 70-100cm Höhe (je nach Hüfthöhe des Besitzers). Die breite beträgt 140-160cm, wenn das Beet von beiden langen Seiten zugänglich ist, oder 70-80cm, wenn das Beet nur von einer Seite zugänglich ist. Die Länge ist dabei variabel und kann an den vorhandenen Platz angepasst werden.

Bei Kastenbeeten ist die Pflanztiefe auf Grund des Kontakts zum Boden praktisch unbegrenzt. Auch große und stark-zehrende Pflanzen können hier ohne Probleme angebaut werden. Durch den Kontakt mit dem Untergrund sind auch ein aktives Bodenleben und ein natürlicher Feuchtigkeitshaushalt gewährleistet.

Durch die große Oberfläche der Kästen kann es zu vermehrtem Feuchtigkeitsverlust kommen. Es muss also unter Umständen mehr gegossen werden, als in einem normalen Beet. Die Fachliteratur empfiehlt die Bepflanzung mit hängenden Pflanzen, welche die Südseite des Kastens beschatten sollen.

Rahmenbeete

Einfache Rahmenbeete aus Terrassendielen

Rahmenbeete sind eine kleinere Variante der Kastenbeete. Der Unterschied ist, dass sie nicht Hüfthoch sind, sondern nur maximal ca. 40cm über das Beet ragen. Häufig werden auch keine fertigen Rahmen verwendet, sondern das gesamte vorhandene Beet eingerahmt und so erhöht.

Weit verbreitet sind Rahmenbeete in Großbritannien (deep-bed) und zum Beispiel ein wichtiger Teil des Gartens Longmeadow, der in der Gartensendung Gardeners' World von Moderator Monty Don präsentiert wird. In Longmeadow sind viele Gemüsebeete erhöht, indem sie mit Rahmen aus geflochtenen Weiden eingezäunt wurden.

Bei Rahmenbeeten steht nicht die einfache Pflege im Vordergrund. Gründe für die Verwendung sind z.B. Bodenverbesserung und verminderter Schädlings- sowie Unkrautdruck.

Tischbeete

Vereinfacht gesagt sind Tischbeete alle Hochbeete, unter denen man durchschauen kann. Dies können wirkliche Tische mit einer relativ dünnen Erdschicht zur Jungpflanzenanzucht sein. Aber auch größere Konstruktionen mit verschiedenen Pflanztiefen gehören in diese Kategorie. Auch die inzwischen beliebten Tröge auf festen Ständern fallen hierunter. Teilweise wird der Unterbau mit Rädern versehen, so dass sich ein mobiles Hochbeet ergibt.

Der größte Vorteil bei Tischbeeten ist die einfache Aufstellung. Sie lassen sich auf Beinen frei platzieren. Sie benötigen auch keinen Kontakt zum Boden, so dass sie auf Höfen, Terassen und Balkons verwendet werden können. Es werden auch keine großen Mengen Erde benötigt.

Ein weiterer Vorteil ist die Unterfahrbarkeit

Palettenbeete

Palettenbeete auf versiegelter Fläche

Paletten können auf drei Arten und Weisen zum Bau von Hochbeeten verwendet werden.

Zum einen gibt es fertige Rahmen im Fachhandel zu kaufen, die man einfach auf eine typische Europalette aufsetzt. Die Palette bleibt also in ihrer Funktion als Träger erhalten. So angelegte Beete eignen sich vor allem um schnell und günstig Gärten auf versiegelten Flächen anzulegen. Es bleibt auch eine gewisse Mobilität erhalten: Mit einem Hubwagen oder Gabelstapler kann das gesamte Beet versetzt werden. Daher eignen sie sich auch besonders gut für Community-Gärten (Gemeinschaftsgärten).

Zum anderen können komplette Hochbeete aus Paletten als Grundmaterial gezimmert werden. Es sind dann klassische Holz-Kastenbeete, bei denen die Paletten nur aus Kosten- oder Recyclinggründen verwendet werden.

Außerdem gibt es noch eine Variante, bei der die Palette senkrecht gestellt und die Zwischenräume im Palettenboden bepflanzt werden. Sie hat dann eher einen Regal-Charakter oder entspricht aufgehängten Blumenkästen. Es entsteht kein echtes Hochbeet, sondern eher ein trendiger Blumenkasten für die Balkonwand.

Hügelbeete

Die Abgrenzung zwischen Hügelbeeten und Hochbeeten ist teilweise fließend. Sie sind oft ähnlich aufgebaut und befüllt und erfüllen ähnliche Funktionen im Garten. Einem Hügelbeet fehlt aber typischerweise die feste Einrahmung eines Hochbeetes. Dafür gibt es eine deutliche hügelförmige Erhebung in der Mitte, die eine dreidimensionale Kontur erzeugt.

Während beim Hochbeet die Fläche einfach nur in die Höhe gehoben wird, vergrößert ein Hügelbeet die nutzbare Fläche durch die dreidimensionale Rundung.

Abdeckungen & Dächer

Wie bei üblichen Frühbeeten, kann der Rahmen eines Hochbeets auch mit einer Abdeckung oder einem Dach versehen werden. Für fertige Hochbeet-Bausätze gibt es sogenannte Thermohauben. Auf diese Weise kann die Gartensaison im Hochbeet verlängert werden. Es können z.B. Salate sehr früh in Direktsaat im Hochbeet ausgesät werden.

Ob ein solcher Witterungsschutz notwendig ist, hängt von den gewünschten Kulturen und dem vorhandenen Klima ab. Er ermöglicht es aber in jedem Fall, das Hochbeet vielseitiger einzusetzen.

Materialien für Hochbeete

Hochbeete können aus den vielfältigsten Materialien gebaut oder gefertigt werden. Während früher das klassische Kastenbeet aus witterungsbeständigen Lärchenholz gezimmert, oder gar aus Ziegelsteinen gemauert wurde, bieten Bausätze heutzutage eine große Auswahl an Möglichkeiten.

Holz

Holz ist ein einfach zu verarbeitendes Material, aus dem sich einfach Maßgeschneiderte Hochbeete fertigen lassen. Für langlebige Konstruktionen biete sich hierbei Lärche an: Lärchenholz ist das härteste einheimische Nadelholz und ist sehr witterungsbeständig. Daher wird es in der klassischen Literatur auch meist für den Bau von Hochbeeten empfohlen.

In modernen Gärten ist aber nicht alles auf die Ewigkeit ausgelegt und das experimentelle Hochbeet im Hinterhof muss vielleicht auch keine 20 Jahre halten. Daher gibt es inzwischen auch viele Bausätze aus deutlich günstigeren Hölzern wie Fichte oder Kiefer. Aus Rest- und Recyclingholz, wie z.B. Paletten, finden weite Verbreitung.

Der Gärtner muss hier ganz klar abwägen zwischen Preis und Langlebigkeit.

Eine weitere naturnahe Variante sind Hochbeetrahmen aus geflochtenen Weiden. Diese fügen sich sehr organisch ins Gartenbild ein, eignen sich aber eher für flachere Rahmenbeete.

Stein

Stein und Beton sind vor allem extrem langlebige Materialien, die auch den extremsten Witterungsbedingungen standhalten können. Ihre Nachteile liegen im hohen Gewicht und der aufwendigen Verarbeitung. So sollte ein gemauertes Hochbeet gut geplant sein, da es auf Dauer auf seinem Platz bleibt.

Zum Bau von Hochbeeten werden vor allem Ziegelsteine oder spezielle Formsteine verwendet. Gerne wird hier auch auf recyceltes Material zurück gegriffen. Auf Grund des hohen Gewichts müssen diese Beete auf jeden Fall auf ein stabiles Fundament gebaut werden, damit sie nicht im Boden absacken.

Ein weiterer Vorteil steinerner Hochbeete ist die thermische Masse: Gestein kann Wärme gut speichern und wieder abgeben. Dadurch gleicht es Temperaturschwankungen, z.B. zwischen Tag und Nacht, aus und schützt Pflanzen vor Kälteeinbrüchen.

Metall

Auch Metall kann sehr langlebig sein, wenn es vor Korrosion geschützt wird. Dafür wird es entweder verzinkt, oder ein Rostfreies Metall verwendet. Aluminium (Alu) ist bei Bausätzen weit verbreitet, da es witterungsbeständig und leicht ist. Edelstahl wäre denkbar, ist jedoch sehr teuer.

Viele Tischbeete sind aus Metall gefertigt, weil es das hohe Gewicht des Beetes auf Dauer gut tragen kann. Bei Bausätzen gibt es Varianten, bei denen die gesamten Wände aus Blechen zusammen gesteckt werden. Andere Ausführungen verwenden nur Rahmen oder Ständer aus Metall, während die Wände aus anderen Materialien sind.

Der Nachteil von Metall im Gartenbau liegt darin, dass er sich in der Sommersonne extrem erhitzen kann und Wärme zwar gut leitet, aber schlecht speichert. Für stabile, saubere Beete auf Balkon und Terrasse gehört es aber klar zu den bevorzugten Materialien.

Kunststoff

Der Vorteil von Kunstoff liegt vor allem in seinem geringen Gewicht. Geeignete Kunststoffe können dabei der Witterung eine ganze Weile stand halten.

Zum Bau von Hochbeeten werden vor allem Kunstoff-Bausteine verwendet, die in einfach zusammen gesteckt werden können. Tischbeete werden auch am Stück aus Kunststoff gefertigt.

Sie versuchen sich in das Gartenbild einzufügen, indem sie z.B. Terrakotta- oder Rattenoptik nachbilden.

Verzierungen

Während der eigentliche Rahmen des Hochbeetes vor allem stabil und langlebig sein muss, kann er von außen beliebig verziert oder versteckt werden.

Hierfür bieten sich die bekannten Bambusmatten an. Man kann aber auch zaunartig Weidenruten anbringen. Auch Stoffe wie Jute sind geeignet, aber nicht sehr langlebig.

Natürliche Varianten sind hängende oder kletternde Pflanzen, die das Beet von außen bedecken. Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesteckt. Ein Hochbeet muss nicht immer ein langweiliger rechteckiger Kasten sein.

Hochbeet bauen

Bevor man ein Hochbeet baut, sollte man sich klar werden, ob man es von Grund auf selbst anlegen möchte, einen Bausatz nimmt, oder eine GaLaBau-Firma mit der Anlage des Beetes beauftragt.

In jedem Fall sollte der Standort des Beetes gut ausgewählt werden. Idealerweise sollte das Hochbeet sonnig stehen und von den Seiten gut erreichbar sein. Es kann sehr hilfreich sein, die Maße vor Ort abzustecken um die Größe besser abschätzen zu können. Soll ein Bausatz verwendet werden, müssen die Maße vielfachen der Modulgrößen des Bausatzes entsprechen. Dann sollte das Volumen berechnet werden. Dazu werden die Maße in Metern multipliziert. Beispiel für ein typisches Kastenbeet: 1m Höhe mal 1,5m breite mal 2m Breite ergibt ein Volumen von 3 Kubikmetern (1m*1,5m*2m=3m3). In diesem Fall müssen 3 Kubikmeter Substrat bzw. Erde eingefüllt werden. Es sollte vorher geplant werden, woher diese Menge Inhalt kommt und wie sie bewegt werden soll.

Der Untergrund für das neue Beet sollte im vernünftigen Maß geebnet werden. Bei gemauerten Beeten muss ein ordnungsgemäßes Rahmenfundament angelegt werden. Die Anbringung eines feinmaschigen Gitters auf dem Boden ist nur nötig, wenn Probleme mit im Boden lebenden Schädlingen wie Wühlmäusen bekannt sind. Der eigentliche Kasten kann dann vorgefertigt und aufgestellt, oder an Ort und Stelle montiert werden. Bei selbst gebauten Beeten besteht die Möglichkeit die Pfosten in den Boden zu rammen oder anders zu verankern, um die Stabilität der Konstruktion weiter zu erhöhen.

In den meisten Anleitungen wird die Auskleidung des Kastens mit Folie empfohlen. Dies ist aus ökologischen Gründen nicht zu empfehlen. Soll trotzdem eine Folie verwendet werden, muss sie stabil genug sein und extrem gewissenhaft befestigt werden. Die Folie soll am Ende nur die Seitenwände bedecken und nicht den Boden. So kann überschüssiges Regenwasser nach unten abfließen.

Es empfiehlt sich am Ende Deckbretter von oben auf dem Rahmen anzubringen. Diese werten den Kasten nicht nur optisch auf, sondern verbesser auch den Witterungsschutz.

Am Ende muss das Beet nur noch richtig befüllt werden.

Richtiges befüllen des Hochbeets

Für den Erfolg eines Hochbeets ist die richtige Befüllung von entscheidender Bedeutung. Hierfür müssen, je nach Größe, erhebliche Mengen an Substraten und Erde bewegt werden. Daher sollte die Füllung auf jeden Fall gut geplant werden.

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten Hochbeete zu befüllen: Aktive Hochbeete enthalten organisches Material, was im inneren kompostiert. Normale Hochbeete sind mit typischen Substraten wie Kompost befüllt.

aktive Hochbeete

Aktive Hochbeete verwenden ein Prinzip, dass auch aus Hügelbeeten und Frühbeeten bekannt ist. Dabei laufen im inneren organische Zersetzungsprozesse ab, welche vor allem zwei Funktionen erfüllen: Zum einen sollen sie den Boden kontinuierlich mit Nährstoffen versorgen und zum anderen Wärme erzeugen um die Vegetationsphase zu verlängern.

Die aktive Befüllung eignet sich nur für Hochbeete, die ausreichend groß sind und direkten Kontakt zum Mutterboden sowie eine Höhe von mindestens 60cm haben. Bei allen anderen Beeten sollte eine normale Befüllung verwendet werden.

Für die organische Befüllung hat sich ein Standard etabliert, der eine Schichtung des Inhalts vorsieht. Bei einem Hochbeet mit 70cm Höhe sehen die Schichten wie folgt aus (von unten nach oben):

  • 40cm Äste
  • 10cm Grasnabe / Grasschnitt / Gartenabfälle
  • 15cm Laub
  • 10cm Grobkompost
  • 20cm Gartenerde / reifer Feinkompost

Vom Verhältnis der Schichten sollte nicht abgewichen werden. Für die Rotteprozesse ist das Verhältnis der Bestandteile entscheidend. Bei falschem C:N Verhältnis (Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff) können dem Boden bei der Zersetzung sogar Nährstoffe entzogen werden.

Aktive Hochbeete sind in den ersten Jahren sehr Nährstoffreich und es besteht die Gefahr der organischen Überdüngung. Es sollten daher nur Starkzehrer angebaut werden. Bei Salat und Spinat besteht die Gefahr von Nitratanreicherung und damit Lebensgefahr bei der Verwendung als Säuglingsnahrung.

Die aktive Füllung wird mit der Zeit zersetzt. Ein absacken des Beetes ist völlig normal. Das Niveau kann durch Auffüllen mit normaler Erde wieder angeglichen werden. Nach 3-8 Jahren sind die meisten organischen Zersetzungsprozesse abgeschlossen. Das Hochbeet ist dann normal gefüllt. Soll es weiter aktiv verwendet werden, muss der gesamte Inhalt ausgeleert und neu geschichtet werden.

Ein Vorteil der aktiven Füllung liegt darin, das weniger fertige Erde benötigt wird. Das Hochbeet kann aus Gartenabfällen befüllt werden und auch nach und nach wie ein Komposthaufen aufgebaut werden. Dabei müssen jedoch jederzeit die Regeln guter Kompostführung beachtet werden.

normale Hochbeete

Normale Hochbeete sind einfach mit normalen Bodensubstraten wie Kompost befüllt. Alle kleineren Formen wie Rahmenbeete und Tischbeete können nur so befüllt werden. Auch Beete auf versiegelten Flächen sollten normal befüllt werden.

Sind Probleme mit Nässe bekannt oder kommt es vermehrt zu starken Regenfällen, kann die unterste Schicht als Drainage ausgelegt werden. Dafür werden Kies oder grober Sand verwendet, die auch der Erdschicht untergemengt werden können.

Aus ökologischen Gründen sollte auf eine Füllung mit Kokos und Torf vermieden werden. Stattdessen kann auf Kompost zurückgegriffen werden, der von vielen städtischen Kompostierungsanlagen kostenlos oder zumindest Preisgünstig abgeben wird.

Auch handelsübliche Blumenerde sollte nicht zur Füllung verwendet werden, wenn auf dem Hochbeet Lebensmittel angebaut werden sollen. Zum einen besteht sie meist aus Torf, zum anderen ist sie häufig mit synthetischen Düngern überdüngt um für kurzfristige Blütenpracht zu sorgen. Bei Nahrungsmitteln besteht die Gefahr der Nitratanreicherung.

Hochbeet bepflanzen

Bei flachen Hochbeeten und bei Beeten ohne Kontakt zum Untergrund sollte in jedem Fall die Pflanztiefe beachtet werden. Tiefwurzelnde Gemüse wie Schwarzwurzeln lassen sich naturgemäß nicht auf einem Tischbeet mit nur 20cm Pflanztiefe anbauen. Eine Daumenregel besagt, dass eine Pflanze unterirdisch ungefähr so viel Volumen benötigt, wie sie auch oberirdisch an Blattmasse hat. Kasten und Rahmenbeete mit Kontakt zum Untergrund eignen sich hingegen für alle Bepflanzungen, die man auch in einem normalen Beet finden würde.

Sollen essbare Pflanzen angebaut werden ist bei aktiven Hochbeeten auf jeden Falle eine Sukzession von starkzehrenden zu schwachzehrenden Gemüsen einzuhalten.

Hochbeete eignen sich vor allem für Pflanzen, die häufig verwendet werden. Bei Kräutern, die häufig geerntet werden, entfällt so z.B. das Bücken. Auch Pflegeintensive Kulturen wie spezielle Blumenzüchtungen machen in Hochbeeten Sinn.

Der südliche Rand eines Hochbeets sollte mit hängenden Pflanzen, wie Kapuzinerkresse oder Gurken, schattiert werden.

Vorteile von Hochbeeten

Der naheliegendste Vorteil von Hochbeeten ist die ergonomische Art zu gärtnern ohne sich zu Bücken. Daher sind sie bei Senioren und behinderten schon lange beliebt und wichtiger Teil von barrierefreien Gärten.

Zusätzlich macht sich der Gärtner unabhängig vom Untergrund. Schwierige Böden wie sehr leichte sandige Böden oder sehr schwere lehmige Böden stellen mit dem Hochbeet kein Problem dar. Stattdessen hat man in kurzer Zeit ein Beet mit perfekt aufgearbeitetem Boden und tiefgründiger Humusschicht. Sogar das Gärtnern auf versiegelten Flächen machen sie möglich und sind so teilweise die einzige Chance zum Anbau auf Balkonen und Terassen sowie asphaltierten und betonierten Flächen.

Durch die Entkoppelung vom Untergrund ist es auf Hochbeeten in vielen Fällen einfacher Schädlinge im Zaum zu halten. Vor allem Schnecken können durch einen zusätzlichen Schneckenkragen gut abgewehrt werden.

Beim Aufbau auf Paletten oder bei der Verwendung von Beeten mit Rollen können die Beete eine gewisse Mobilität bieten und werden damit unabhängig vom Standort.

Aktive Hochbeete versorgen den Boden langfristig mit natürlichen Nährstoffen. Außerdem erwärmen sie den Boden und machen so einen früheren und längeren Anbau von Gemüse möglich.

Ein schönes Hochbeet kann ein wichtiger Blickpunkt im Gartendesign werden und Pflanzen auf Augenhöhe präsentieren.

Nachteile von Hochbeeten

Der größte Nachteil von Hochbeeten ist die aufwendige Anlage. Während bei einem normalen Beet im besten Fall einfach nur in den Boden gepflanzt wird, müssen Hochbeete kostspielig angeschafft werden und arbeitsintensiv aufgebaut und befüllt werden. Die Anlage eines Hochbeets ist dabei auch eine relativ dauerhafte Entscheidung, die nur mit Aufwand wieder rückgängig gemacht werden kann.

Bei aktiven Hochbeeten laufen im inneren unsichtbare Zersetzungsprozesse ab, die vom Gärtner nicht kontrolliert werden können. Es besteht die Gefahr von Überdüngung, aber auch von stockender Kompostierung oder Fäulnis. Außerdem ist bei aktiven Hochbeeten die Bodenschichtung umgekehrt: Während in der Natur alle Zersetzungsprozesse an der Oberfläche stattfinden, finden sie im Hochbeet in den unteren Schichten statt. Die Auswirkungen auf das Bodenleben und die Pflanzenwurzeln sind umstritten. Kommt es zu unerwünschter Fäulnis, müssen die empfindlichen Wurzeln mitten durch die Fäulnisschicht wachsen, was mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Erkrankungen der Pflanzen führt.

Durch die vergrößerte Oberfläche kann es bei Hochbeeten zu einem höheren Wasserbedarf kommen und der Gärtner muss unter Umständen mehr gießen.

Weblinks

Angebote zu Hochbeeten

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