Warum vertrocknet Lavendel

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Lavendel gilt im allgemeinen als sehr resistent gegen Trockenheit. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass auch Lavendelbüsche vertrocknen. Hierfür kann es verschiedene Ursachen geben.

Natürliche Schutzmaßnahmen des Lavendel gegen Trockenheit

Lavendel hat verschiedene Eigenschaften entwickelt, um sich vor Trockenheit zu schützen. In Kombination machen sie ihn zu einer sehr robusten Pflanze.

Blattform

Die Blattform des Lavendels verringert Feuchtigkeitsverluste durch Verdunstung. Dazu tragen sowohl die, durch die schmale Blattform, kleine Oberfläche, aber auch die Dicke und Festigkeit der Blätter bei.

Blattfarbe

Die silbrige Blattfarbe reflektiert einen Teil des Sonnenlichtes. Dies schützt bei übermäßiger Sonneneinstrahlung vor Überhitzung und verringert so auch die Verdunstung.

tiefe Verwurzelung

Ein gut eingewachsener Lavendel kann in lockerem Boden sehr tiefe Wurzeln treiben. So gelangt er an die Feuchtigkeit in tieferen Erdschichten und kann auch dann noch Wasser aufnehmen, wenn die Oberflächenfeuchte längst abgetrocknet ist.

Trockenheit in der Einwuchsphase

Um die Feuchtigkeit in tieferen Erdschichten zu erreichen, muss eine frisch gepflanzte Lavendelpflanze erst sehr lange Wurzeln ausbilden. Häufig wird beim Pflanzen die Wurzel auch gekürzt oder beschädigt. Dies führt dazu, dass die Pflanze in der Anfangsphase eine erhöhte Wasserzufuhr direkt an der Wurzel benötigt.

Wird der Lavendel im Frühsommer ausgepflanzt, sollte er den ganzen Sommer über regelmäßig, aber nicht übermäßig, gegossen werden. Gerade bei absichtlich trockener Beetanlage (Steingarten) oder Heckenpflanzungen kommt es sonst häufig zu Trockenschäden.

Frosttrocknung

Die wohl häufigste Todesursache der sonst so robusten Lavendelpflanzen ist die Frosttrocknung. Da Lavendel eine wintergrüne Pflanze ist, benötigt er auch in der kalten Jahreszeit Flüssigkeit. Eine gut eingewachsene Pflanze kommt dabei mit typischen deutschen Wintern problemlos zurecht. Ihre Wurzeln reichen bis in frostfreie tiefen, ihre ätherischen Öle verhindern das gefrieren des Wassers in ihren Adern und die festen dicken Blätter speichern und halten das Wasser.

Trotzdem kommt es im Winter immer wieder zu Schäden. Junge Pflanzen und Pflanzen die in zu fettem Gartenboden stehen, reichen mit ihren Wurzeln nicht in tiefe Bodenbereiche. Kommt nun ein längerer Kahlfrost, das heißt Frost ohne Schneedecke, kann der Boden tief durchfrieren und der kalte Wind zu einer hohen Verdunstung führen.

Deutlich verschärft wird dieser Effekt durch die Unart Lavdendel im Herbst zu schneiden. Dies wird immer noch in vielen Gartenbüchern und Zeitungen empfohlen, obwohl der Herbstschnitt nur in milden Ländern ratsam ist. Die durch den Schnitt erzeugten wunden schwächen die Lavendelpflanze, durch die verringerte Blattmasse verkleinert sich die Puffermasse des Lavendel und evtl. nachtreibende Blätter sind noch weich. Daher sieht im man im Frühjahr viele stark zurück geschnittene Lavendelbüsche mit der Anmutung eines Trockenstraußes

Für den richtigen Schnitt siehe: Lavendelschnitt

Gegen natürliche Frosttrocknung hilft vor allem die Abdeckung des Bodens um die Pflanzen. Da Lavendel wintergrün ist, darf er auch im Winter nicht dunkel abgedeckt werden. In außergewöhnlich harten Wintern kann Lavendel an starken Frosttagen mit speziellem Winterschutzvlies abgedeckt werden. Das Vlies sollte aber möglichst bald wieder entfernt werden.

Auch kann Lavendel in langen Trockenphasen durchaus auch im Winter gegossen werden. Hierbei ist aber auf jeden Fall darauf zu achten, dass Lavendel niemals nass stehen darf.

Vernässung

Viele Lavendel, die für vertrocknet gehalten werden, sind in Wirklichkeit an Nässe gestorben. Lavendel reagiert empfindlich auf nasse Wurzeln. Er benötigt immer einen gut drainierten Boden. In üblichen Gartenbeeten steht Lavendel im Herbst viel zu feucht, die Wurzeln werden nachhaltig geschädigt. Im Frühjahr steht dann ein vertrockneter Busch im Garten, der für vertrocknet oder erfroren gehalten wird. Um dies zu vermeiden muss für Lavendel ein geeigneter Standort gewählt oder der Boden gut vorbereitet werden.

Lavendel im Kübel

Für Lavendel im Kübel gelten die gleichen Prinzipien, wie für freistehenden Lavendel. Im Kübel ist besonders darauf zu achten, dass der Lavendel auch im Winter hell steht. Gegen Vernässung kann der Kübel geschützt gestellt werden, muss dann aber weiterhin gegossen werden.

Da Lavendel im Kübel keine tiefen Wurzeln ausbilden kann und der komplette Wurzelballen schnell durch friert, sollte der Kübel geschützt stehen oder zum Schutz vor Frost eingepackt werden. Auf die richtige Wassermenge beim Gießen muss geachtet werden, damit es weder zu Trockenschäden, noch zu Vernässung kommt. Auch im Topf ist eine gute Drainage für Lavendel wichtig, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Siehe auch

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