Nisthilfe

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"Nistkasten für Rotkehlchen aus Holzbeton mit zwei ovalen Einfluglöchern"

Nisthilfe ist der Oberbegriff für alle Arten von Konstruktionen, die es Vögeln erleichtern ein Nest zu bauen und zu brüten. Es gibt viele Begriffe für Nisthilfen, die aber entweder nicht eindeutig oder zu spezifisch sind. So ist der Begriff Vogelhaus unklar: Er wird sowohl für Futterhäuser als auch für Bruthäuser verwendet. Der Begriff Nistkasten hingegen geht von einem geschlossenen Kasten aus und beschreibt daher nur schlecht offene Nistkörbe oder Lehmhöhlen (Schwalbennester).

Für die allermeisten Gärtner ist der Meisenkasten als Holzkasten für höhlenbrütende Meisen der Inbegriff für Nisthilfen. Sie sind in fast jedem Garten zu finden. Andere Vogelarten benötigen jedoch vollkommen andere Nistmöglichkeiten und für jeden Vogel gibt es spezielle Bedingungen zu beachten. Dazu gehören unter anderem die Größe Art des Einfluglochs, die Größe und Form der Nisthilfe und die Höhe und der Ort der Aufhängung.

Auch für andere Tiere gibt es Nisthilfen: Bei Insekten werden sie typischerweise Insektenhotel genannt. Fledermauskästen hingegen dienen nicht zuerst der Brutpflege, sondern sind allgemeine Quartiere für die Tiere.

Geschichte der Nistkästen

Schon im 16ten Jahrhundert wurden in den Niederlanden sogenannte Starentöpfe verwendet. Diese dienten jedoch nicht dem Vogelschutz – vielmehr wurden die so angelockten Vögel gegessen.

Erst Anfang des 19ten Jahrhunderts fing die gezielte Ansiedelung von Vogelarten an. Sie sollten damals bei der Schädlingsbekämpfung im Obstbau helfen.

Gegen Ende des 19ten Jahrhunderts setzte sich Hans Freiherr von Berlepsch (genannte Vogelbaron) für den professionellen Vogelschutz ein. Er konzipierte Nistkästen, die an die Bruthöhlen von Spechten erinnerten.

Die nächste echte Innovation lies bis in die 1950er Jahre auf sich warten. Nun wurde als Material Holzbeton verwendet, was noch bis heute als einer der besten Werkstoffe zum Bau von Vogelbrutkästen gilt.

Mit der Verbreitung des kleinbürgerlichen Gartens im Nachkriegsdeutschland wurde auch der Nistkasten allgegenwärtig. Kaum ein Garten kommt heute ohne einen Meisenkasten aus. Doch auch in Parks und Wäldern sind Bruthilfen eine feste Größe im Naturschutz geworden.

Argumente für und gegen Nisthilfen

"Natürliche Nisthöhle in einem Ast eines Walnussbaums"
Natürliche Nisthöhle
in einem Ast eines Walnussbaums

Grundsätzlich werden Nisthilfen von fast allen Naturschutzorganisationen befürwortet. Sie unterstützen Vögel in modernen industriell geprägten Landschaften bei der Brutpflege und tragen damit zur Erhaltung von Arten bei.

Es gibt jedoch auch kritische Punkte zu beachten. Zum Beispiel können schlecht aufgehängte Nisthilfen den Bruterfolg sogar mindern, wenn sie überhitzen oder leicht für Raubtiere erreichbar sind. Wenn ein Großteil der Nisthilfen nur auf eine Vogelart ausgerichtet ist, kann es zu Verdrängungseffekten kommen. Sind alle Kästen nur Meisenkästen, haben es andere Vogelarten schwerer Fuß zu fassen.

Zudem sind viele Vogelkästen nur ein Placebo und führen zu einem modernen Ablasshandel: Wenn man einen Kasten aufhängt, hat man genug für den Vogelschutz getan, ist eine verbreitete falsche Annahme. Ob es Sinn macht erst alte Baumbestände mit vorhandenen Höhlen zu fällen, um dann künstliche Nisthöhlen aufzuhängen, kann durchaus kritisch diskutiert werden. Außerdem benötigt jede Vogelbrut auch einen Lebensraum. Ein Nistkasten in einem Garten mit ordentlich gemähtem Rasen aber ohne Büsche könnte aus Sicht der Vögel auch in einer Wüste hängen. Es werden Nahrungsquellen und Rückzugsräume benötigt. Diese bereit zu stellen ist genau so wichtig, wie die Nisthilfe selber.

Man kann also sagen: Nisthilfen sind grundsätzlich sinnvoll, sollten jedoch vielfältige Vogelarten unterstützen und mit entsprechenden Lebensräumen unterstützt werden. Ein Grundsätzliches Problem können die Mitmenschen sein: Von Kot bis Lärm können vielfältige Beschwerden vorgetragen werden. Vor allem bei dichter Besiedlung und bei Mietwohnungen sollte man sich daher mit den Regeln vertraut machen und sich überlegen, wie man die Akzeptanz der Mitmenschen erhöhen kann.

Nisthilfen richtig aufhängen

"Nistkasten aus Holz an einem Baum mit Efeu"

Jahreszeit

Wann ein Nistkasten aufgehängt werden sollte hängt auch von der Brutzeit der Vögel ab, für die er gedacht ist. Eine Daumenregel sagt jedoch, dass Nisthilfen spätestens im März aufgehängt werden sollten.

Deutlich sinnvoller ist jedoch die Anbringung schon im Herbst. So können sich die Vögel schon mit dem neuen Nistplatz vertraut machen. Auch verpasst man auf keinen Fall die Brutsaison. Manche Vöhel (und andere Tiere) nehmen einen Kasten auch gerne als Winterschutz an. Allgemein geht man inzwischen davon aus, dass Nistkästen das ganze Jahr über draußen hängen sollten. Sie müssen nur hin und wieder gereinigt werden.

Wenn Sie also heute einen Nistkasten kaufen oder bauen, ist auch genau heute der richtige Tag ihn aufzuhängen.

Höhe

Vögel brüten in ganz unterschiedlichen Höhen, vom Bodenbrüter bis zum Turmfalken. Darum können auch Nisthilfen in verschiedenen Höhen angebracht werden. Bei den üblichen Singvögeln (z.B. Meisenkästen) reichen schon 1,5m Höhe aus. Allgemein wird jedoch empfohlen die Kästen so anzubringen, dass ein Mensch ohne Leiter sie nicht berühren kann: Also ca. 3m Höhe. So wird verhindert, dass die Brut aus Versehen gestört wird.

Grob kann man sagen, dass größere Vögel eher höher Brüten. Typische Höhen sind hier 4 – 6 Meter. Informieren Sie sich ansonsten über die spezifischen Bedürfnisse des Vogels, den sie unterstützen wollen. Oft ist die nötige Höhe im Bauplan oder der Anleitung einer gekauften Nisthilfe angegeben.

Ort

Grundsätzlich können Nisthilfen fast überall angebracht werden, vom Balkon über die Gartenhütte bis zum Waldbaum. Viele Vogelarten sind unproblematisch und neben gerne Nistgelegenheiten an, selbst wenn Menschen sich in der Nähe bewegen. Ständige Bewegungen vor dem Einflugloch müssen jedoch vermieden werden.

Gut geeignet sind geschützte Orte, die weder dem Wetter noch der Sonne direkt ausgesetzt sind. Ein Dachvorstand oder Überhang eignet sich dabei gut. Ansonsten sollte auf die Himmelsrichtung geachtet werden: Die Wetterseiten (Westen und Süden) sollen hier vermieden werden. Optimal ist es, wenn das Einflugloch nach Osten zeigt.

Direkt vor dem Loch muss es eine freie Flugbahn geben. Nisthilfen nicht in dichtes Gebüsch oder versteckt hinter etwas anderem Aufhängen. Gleichzeitig sollten in der Nähe Sitzgelegenheiten für die Vogeleltern vorhanden sein, von wo aus sie die Öffnung ihres Nestes beobachten können. Hierfür eignen sich Büsche und kleine Bäume, aber auch vom Menschen geschaffene Sitzplätze wie Rankhilfen oder ähnliches. Um die Akzeptanz der gefiederten Freunde sicher zu stellen, sollten Menschen vor herabfallendem Kot genauso geschützt werden, wie vor ganzen herabfallenden Brutkästen. Das Aufhängen von Nistkästen über Wegen oder Sitz- und Parkplätzen ist daher keine gute Idee. Ansonsten kann ein Kotbrett unter dem Nest Unannehmlichkeiten vermeiden.

Damit alle Vögel ein eigenes Revier haben können, sollten gleichartige Kästen mindestens 10 Meter auseinander aufgehängt werden. Eine Ausnahme bilden dabei nur die Koloniebrüter, die gerne in Gruppen zusammenleben. Auch unterschiedliche Bruthilfen sollten mindestens 3 Meter Abstand zueinander haben, damit die Tiere sich nicht gegenseitig stören.

Art der Aufhängung

Werden Nistkästen an Bäumen aufgehängt, sollte der Baum dabei möglichst nicht beschädigt werden. Die Verwendung von normalen Nägeln oder Schrauben sollte vermieden werden, da diese den Baum durch chemische Prozesse schädigen können. Stattdessen gibt es spezielle Aluminiumnägel, die für Bäume unschädlich sind.

Noch besser ist es den Kasten mit einer Schlinge aufzuhängen, die den Baum nicht verletzt. Dies kann zum Beispiel ein Drahtseil sein, welches durch ein Stück Gartenschlauch geführt wird. Der Schlauch verhindert dabei das Einschneiden des Drahtes in den Baum. Auf jeden Fall sollte der Kasten stabil und Windsicher hängen, so dass er auch nach mehreren Jahren noch sicher an Ort und Stelle bleibt. Das ein Kasten mitsamt der Brut von einem Frühlingssturm herunter geweht wird ist keine schöne Vorstellung.

Bei der Anbringung an Hausfassaden sollte, vor allem bei modernen Häusern, auf die Isolierung geachtet werden. Am besten eignen sich hier freie Holzbalken unter dem Dachüberstand, falls vorhanden.

Wenn kein anderer Ort gefunden werden kann, können Nisthilfen auch auf Ständern angebracht werden. Dies ist zum Beispiel bei Storchennestern nicht unüblich. Der Ständer sollte aber auf jeden Fall für den Zweck geeignet sein und stabil genug stehen.

Besiedlung von Nisthilfen

Nisthilfen werden von den Vögeln ganz natürlich und ohne Hilfe gefunden. Es hilft dabei, wenn die Vögel Zeit haben, sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Wenn ein Vogel den Kasten z.B. schon als Winterschutz verwendet hat, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass er auch bebrütet wird. Wenn die Brutzeit beginnt, suchen die Vögel von sich aus geeignete Brutplätze.

Warum bleibt der Nistkasten leer?

Es ist vollkommen normal, dass es etwas dauern kann, bis die erste erfolgreiche Brut stattfindet. Vor allem, wenn eine seltene Art unterstützt werden soll, muss sich erstmal ein Brutpärchen finden. Wenn man z.B. ein Nest für einen Falken bereitstellt, sich aber in kilometerweitem Umkreis keine Falkenpopulation befindet, muss man sich nicht wundern, wenn das Nest erstmal leer bleibt.

Manchmal werden Nisthilfen auch erst für die zweite Brut im Jahr angenommen. Deshalb ist es sehr wichtig Ruhe zu bewahren und das Nest nicht ständig hin und her zu hängen. Erst wenn nach zwei Jahren noch keine Brut stattgefunden hat, sollte man sich Gedanken über die Ursachen machen.

Ein häufiges Problem stellt das Biotop um den Nistkasten dar. Rasen oder Steingärten bieten Vögeln einfach keinen Lebensraum, in dem sie brüten und ihre Jungen großziehen könnten. Man muss sich daher fragen: Gibt es im Umfeld alles, was ein Vogel braucht?

  • Gebüsch zum Verstecken
  • Unberührte Flächen mit Insektenbestand
  • Beeren- und Obstpflanzen, die Futter zur Verfügung stellen
  • Nistmaterial wie trockenes Moss, Gräser, Tierhaare usw.
  • Zugang zu Wasser
  • Nahrung das ganze Jahr über, auch im Herbst und Winter

Wenn all das zutrifft ist die nächste Frage: Gibt es von der Vogelart einen Bestand im Umfeld? Eine Spechthöhle mitten in der Innenstadt ist vom Prinzip eine gute Idee, aber bis der nächste Waldspecht sie findet kann es eben länger dauern. Wenn jedoch ständig Meisen vor dem Meisenkasten entlang fliegen, der Nistkasten aber trotzdem nicht angenommen wird, dann stimmt vermutlich mit dem Standort oder dem Kasten etwas nicht.

  • Hat der Nistkasten Ritzen, Löcher oder Beschädigungen?
  • Bleibt der Nistkasten bei Regen innen trocken?
  • Wird der Nistkasten bei Sonne zu heiß?
  • Ist das Einflugloch verdeckt oder versteckt?
  • Kommt es zu Störungen am Einflugloch?
  • Haben Jäger (Katzen) Zugang zum Nistkasten?
  • Ist das Einflugloch scharfkantig?
  • Wurde ein schädlicher Lack verwendet?
  • Gibt es unerwünschte Untermieter wie Hummeln oder Hornissen?
  • Gibt es zu viele Nistkästen auf engem Raum?
  • Ist der Nistkasten leer? (Nistmaterial stört die Vögel!)

Sind alle Störungen beseitigt und die Vögel kommen trotzdem nicht zum Vogelhaus, dann kann es lohend sein, den Kasten doch einfach mal woanders aufzuhängen. Vielleicht gefällt der neue Standort dann einfach besser. Aber auch hier gilt wieder: Am neuen Standort erstmal Geduld haben.

Denken Sie auf jeden Fall daran kein Nistmaterial in den Kasten zu füllen. Vorbefüllte Kästen werden praktisch nie von Vögeln angenommen. Der Kasten sollte leer und sauber sein.

Nistkasten reinigen

Der optimale Zeitpunkt für die Reinigung von Nisthilfen ist im September: Kurz vor Herbstanfang sind auch die letzten Jungvögel ausgeflogen, aber das Nest wird noch nicht als Winterquartier verwendet.

Falls eine Reinigung im Spätsommer nicht möglich ist, gibt es auch die Möglichkeit am Winterende das alte Nest zu entfernen. Den richtigen Zeitpunkt abzupassen ist hier aber nicht ganz einfach: Manch Vögel fangen schon sehr früh an zu brüten, es könnten aber auch noch Winterschläfer im Nest leben.

In jedem Fall sollte das Nest nur einmal im Jahr entfernt werden, auch wenn Vögel mehrfach brüten. Den Nistkasten sollte man also nicht nach der ersten Brut reinigen.

Der Grund für die Reinigung ist, dass Nester meist nur einmal benutzt werden. Ist in der Nisthilfe bereits ein Nest vorhanden, wird sie wahrscheinlich im nächsten Jahr nicht mehr angenommen. Die Vögel suchen dann nach einer leeren, frischen Nistgelegenheit. Außerdem kann man durch das Reinigen verhindern, dass sich Ungeziefer übermäßig vermehrt und zum dauerhaften Problem wird.

Wegen häufig vorkommendem Ungeziefer sollte man auch bei der Reinigung darauf achten, nicht selbst zum neuen Wirt für Flöhe, Milben und Zecken zu werden. Handschuhe und Werkzeuge wie Schaufel und Besen helfen dabei. Außerdem sollte man nicht unter dem Nest stehen, während man es ausfegt.

Dann reicht aber eine einfache Reinigung mit dem Besen oder, in hartnäckigen Fällen, mit heißem Wasser. Reinigungs- und Desinfektionsmittel dürfen nicht verwendet werden, da durch sie die Küken geschädigt werden könnten.

Vor dem Reinigen sollte man am Kasten anklopfen, um möglichen Bewohnern eine Chance zum Auszug zu geben. Es könnte zum Beispiel eine Maus oder ein Siebenschläfer aus dem Kasten kommen. Schwieriger ist es, wenn sich Wespen oder Hornissen im Kasten eingenistet haben. Dann sollte mit der Reinigung abgewartet werden, bis die Insekten im Winter gestorben sind und erst dann das leere Wespennest entfernt werden, um wieder Platz für Vögel zu machen.

Ein gut zugänglicher Nistkasten, der gut mit der Leiter zu erreichen ist und den man im aufgehängten Zustand öffnen und reinigen kann, macht die Reinigung um einiges leichter.

Materialien für Nisthilfen

Holz

Das klassische Material, vor allem für selbstgebaute Kästen ist Holz. Dabei sollte aber auf jeden Fall ungehobeltes Holz verwendet werden: Die rauen Oberflächen bieten den Vögeln halt beim klettern und ermöglichen den Jungvögeln den ersten Ausflug. In glatten Kästen können die Küken Probleme haben, das Flugloch zu erklimmen.

Fichten- und Tannenholz sind üblich. Solange es aber keine Pressplatte ist, dürfte fast jedes Holz geeignet sein. So werden z.B. auch Lärchen-, Eichen- und Robinienholz verarbeitet. Für Runde Nisthöhlen kann auch ein ganzes Stammstück verwendet werden, dass entsprechend ausgehöhlt wird. Dafür werden häufig Birkenstämme verwendet. Außerdem können Nester, Nistkörbe und Nisttaschen aus Ästen und Gräsern gebaut werden.

Bei der Verarbeitung sind Schrauben vorzuziehen, das sie länger den Kasten spaltfrei zusammenhalten als Nägel. Dadurch kann auch auf Leim verzichtet werden.

Holz ermöglicht als Material vielfältige Formen und Verzierungen. Farblich kann der Kasten von außen nach Wunsch gestaltet werden: Den Vögeln ist egal, wie der Kasten aussieht. Die Farben sollten jedoch umweltfreundlich sein und keine schädlichen Lösungsmittel enthalten. Alternativ kann das Holz mit natürlichen Mitteln wie Ölen vor der Witterung geschützt werden. Die Innenseite des Kastens muss jedoch unbehandelt bleiben.

Holz hat einige Eigenschaften, dies es für Nistkästen geeignet macht. Es ein natürliches Material, das den naturgegebenen Bedingungen in Baumhöhlen sehr nahekommt. Holz isoliert gut gegen Temperaturschwankungen und Atmungsaktiv. Und vor allem ist es einfach zu verarbeiten und günstig überall erhältlich.

Probleme hat Holz teilweise in der langfristigen Haltbarkeit. Es verwittert mit der Zeit und kann sich durch Feuchtigkeit verziehen. So bilden sich Spalten und Risse, die sie auf Dauer als Bruthöhle ungeeignet machen. Außerdem können Holzkästen durch Spechte und Insekten beschädigt werden.

Holzbeton

Holzbeton ist der heimliche Star für die Herstellung von Vogelhäusern. Dieses Material aus Sägespänen und Zement hat viele nützliche Eigenschaften: Es isoliert ausgesprochen gut, speichert aber gleichzeitig die Wärme und wirkt so temperaturregulierend. Es ist deutlich leichter als Beton, aber trotzdem sehr widerstandsfähig. Mit einem Schutzanstrich oder verputzt kann ein Vogelkasten aus Holzbeton Jahrzehnte lang halten, ohne zu verwittern. Zudem ist die Oberfläche von Natur aus rau und bietet Vogelkrallen guten halt. Holzbeton kann allerdings nicht so einfach verarbeitet werden. Daher bietet er sich für Heimwerker weniger an.

Nistkästen aus Holzbeton werden daher viel von professionellen Naturschutzorganisationen verwendet, welche große Mengen an fertigen Kästen anschaffen. Doch auch für den privaten Garten kann die Anschaffung eines Holzbetonkastens lohnen. Es gibt sie in vielfältigen Ausführungen für unterschiedliche Vogelarten und zu bezahlbaren Preisen.

Blech / Metall

Vogelhäuser aus Edelstahl sieht man nicht sehr häufig. Das liegt daran, dass dieses Material ein paar grundlegende Probleme mit sich bringt. Thermische Probleme sind vorprogrammiert, weil Metall nicht gut isoliert, sich aber in der Sonne sehr stark erhitzen kann. Die Folge kann im schlimmsten Fall ein gekochtes Vogelnest sein. Außerdem ist Blech viel zu glatt, so dass Vögel sich nirgendwo festhalten können. Auch scharfe Kanten können problematisch werden, wenn nicht alle Ecken sorgfältig entgratet sind.

Beim Kauf eines fertigen Vogelhauses aus Blech sollte daher darauf geachtet werden, dass es im inneren mit einem sinnvollen Material ausgekleidet ist, welches gut isoliert und eine raue Oberfläche hat.

Der Vorteil bei Vogelhäusern aus Edelstahl ist, dass sie praktisch unverwüstlich sind. Außerdem können die Oberflächen in leuchtenden Farben lackiert sein, welche lange schön bleiben.

Korb

Körbe eignen sich sehr gut als Nisthilfen für Vögel, die keine Höhle zum brüten verwenden. Ein flacher Korb in der Baumkrone befestigt kann als Unterlage zum Nestbau für eine Vielzahl von Vogelarten dienen. Auch manche Nistampeln und Nisttaschen werden aus geflochtenem Material angeboten.

Da Korbgeflecht in der Witterung nicht besonders haltbar ist, ist dies zwar eine schöne und naturnahe, jedoch keine langlebige Lösung.

Keramik

Ein eher neuer Trend sind Nisthöhlen aus Keramik. Dabei gibt es sowohl schöne Designerstücke für diesen Zweck als auch zweckentfremdete Teekannen. Diese können als Halbhöhle oder Höhle dienen, je nach Form und Größe der Öffnung.

Für Handwerker gibt esa uch Anleitungen um Keramikblumentöpfe zu Nisthöhlen umzubauen.

Wenn man darauf achtet im inneren raue unlackierte Wände und ein geeignetes Flugloch zu haben, kann Keramik ein sehr wetterfester und langlebiger Werkstoff für Nisthilfen sein. Nisthöhlen aus Keramik sind auch besonders gut zu reinigen. Eine alte Teekanne kann naturgemäß problemlos mit heißem Wasser ausgewaschen werden.

Kunststoff

Nistkästen aus Kunststoff sind vor allem leicht und robust. Sie können in schwierigen Formen und bunten Farben hergestellt werden. Dies ermöglicht auch ungewöhnliche Konzepte wie Kästen, die mit Saugnäpfen an Fensterscheiben befestigt werden.

Allerdings altert Plastik meist durch UV-Strahlung und ist dadurch im Garten meist nicht sehr langlebig. Das größte Problem haben Sie jedoch beim Feuchtigkeitshaushalt. Da Plastik nicht atmungsaktiv ist, kann sich im inneren Schwitzwasser bilden. Im schlimmsten Fall kann das Nest verschimmeln.

Kunstoffhäuschen eignen sich durch ihren günstigen Preis aber durchaus für erste Experimente. Da sie leicht und damit auch leicht anzubringen sind, eignen sie sich zum Beispiel auf dem Balkon, wo sie einfach an einem Fallrohr angebracht werden können.

Reet

Ein Reetdach ist bei einem Vogelhaus vor allem ein Gimmick. Zwar isoliert Reet sehr gut und ist auch relativ haltbar, es hat aber sonst als Material keine entscheidenden Vorteile.

Allerdings passt es natürlich gut zu einem mit Reet gedecktem Haus oder in eine Landschaft, in der Reetdächer üblich sind. So kann das Vogelhaus zum Schmuckstück werden, was natürlich auch die Akzeptanz steigert.

Schiefer / Stein

Schiefer und andere Steinplatten werden meist als zusätzliche Dachabdeckung verwendet. Sie sind deutlich haltbarer und ansehnlicher als Dachpappe. Außerdem kann bei Dachpappe mit Bitumen nicht ausgeschlossen werden, dass schädliche Stoffe enthalten sind. Bei Naturstein muss man dagegen in dieser Richtung keine Bedenken haben.

Grundsätzliche Eigenschaften für Nisthilfen

"Nistkasten aus Holzbeton"

Einige Grundlegende Eigenschaften von Nistkästen sollten bei der Anschaffung in jedem Fall beachtet werden. Ganz grundlegend wird unterschieden zwischen Höhlen, Halbhöhlen und Freibrüternisthilfen (offenen Nestern). Welche Form die richtige ist, hängt vor allem davon ab, für welche Vögel sie gedacht sind.

In jedem Fall sollte man von Kästen mit Sitzstange abstand nehmen. Die Sitzstange ist für die brütenden Vögel vollkommen unnötig. Sie können ohne Probleme direkt das Loch bzw. die halboffene Höhle anfliegen. Stattdessen bieten Stangen eine optimale Sitzgelegenheit für Fressfeinde, die so die Brut angreifen können.

Beim Einflugloch gibt es direkt mehrere Punkte zu beachten. Wie groß das Loch sein muss hängt dabei von der Vogelart ab. Größer ist hier nicht immer besser. Stattdessen bevorzugen alle Arten spezifische Lochgrössen. Will man hier auf der sicheren Seite sein und die Möglichkeit haben, den Nistkasten vielseitig einzusetzen, kann man einen Kasten mit austauschbarem Flugloche verwenden. Außerdem kann ein Ring um das Flugloch als zusätzlicher Spechtschutz dienen. Manchmal sehen Spechte ansonsten die frisch aufgehängte Nisthilfe als Einladung an und vergrößern einfach das Loch auf Spechtgröße. Bei der Form des Fluglochs gibt es verschiedene Ansätze. Runde Löcher sind weit verbreitet und einfach für Handwerke herzustellen. Manche Vögel, wie der Gartenrotschwanz, bevorzugen ovale Löcher mit vertikaler Ausrichtung. Manche Tierschützer sind jedoch der Ansicht, dass horizontal ovale Löcher der natürlichen Form der Vögel am besten entsprechen. Hier darf gerne experimentiert werden, solange die Nisthilfe angenommen wird. Außerdem gibt es noch Röhrenförmige Eingänge, die für Vögel gedacht sind, welche sich normalerweise Höhlen in Uferböschungen bauen (z.B. Uferschwalben).

Beim Dach sollte auf die Neigung geachtet werden, damit Regenwasser gut abfließen kann. Außerdem sollte es zum Loch hin einen Überstand haben, was aber weniger dem Regenschutz, sondern vor allem der Abwehr von Feinden dient. Vom Dachvorsprung aus können Katzen nicht mehr in das innere der Bruthöhle greifen.

In jedem Fall sollte der Kasten gut und einfach zu öffnen sein. Idealerweise auch im aufgehängten Zustand, damit die Reinigung problemlos erfolgen kann.

Für alle, selbst die kleinsten Vögel, sollte das Mindestmaß von 12cm mal 12cm als Grundfläche der Brutfläche nicht unterschritten werden. Selbst wenn zu kleine Kästen angenommen werden, kann der Platzmangel zu einem Fehlschlagen der Brut führen. Kleinere Kästen können also nur der Dekoration dienen und sollten ein verschlossenes Flugloch haben.

Eine Spezialität sind Kästen mit Beobachtungsmöglichkeiten. Dabei gibt es Guckfenster oder Kameras. Sogar Kästen, die von außen mit Saugnäpfen an eine Fensterscheibe gehängt werden. Die Beobachtungsmöglichkeiten können eine schöne Art sein, an der Brut teilzuhaben und auch pädagogischen Zwecken dienen. Auf keinen Fall sollten Jungvögel oder Eltern durch diese Einblicke gestört werden. Achten Sie daher auf hochwertige und am besten geprüfte Nisthilfen mit Beobachtungsmöglichkeiten.

Arten von Nisthilfen

Welcher Nistkasten oder welche Nisthilfe für welchen Vogel geeignet ist, hängt von einigen Faktoren ab. Da kommt es auf die Art und Form, aber auch auf die Größe und das Einflugloch an. In der Praxis haben sich eine große Zahl unterschiedlicher Nist-Konzepte entwickelt, die je nach Vorliebe und Anwendungszeck eingesetzt werden.

Nistkästen

Ein Höhlenbrüterkasten in komplett geschlossener Bauform mit Einflugloch wird gerne von natürlich in Höhlen brütenden Vögeln angenommen. Wichtig ist bei dieser verbreiteten Bauform, dass die Höhle wirklich geschlossen ist. Es darf weder ziehen noch Licht durch Spalten und Löcher einfallen. Typische Bewohner sind Meisen.

Nistkörbe

Ein Korb kann als Freibrüternisthilfe den Bau eines offenen Nestes unterstützen. Meist sind Vögel zwar selbst in der Lage, ein Nest in einem Baum oder Busch zu befestigen, anderseits ist jede Unterstützung sinnvoll. Nistkörbe gibt es in ganz unterschiedlichen Größen, bis hin zu über einem Meter für Storchennester.

Nistkannen

Nistkannen sind eine außergewöhnliche Möglichkeit, um eine Bruthöhle zur Verfügung zu stellen. Dabei wird eine Teekanne so aufgehängt, dass der Ausguss nach unten zeigt und die große Öffnung der Kanne nach vorne die Öffnung der Höhle bildet. Je nach Form der Nistkannen bildet sich dabei eine Halbhöhle oder Höhle. Das Loch kann auch mit einem Holbrettchen verschlossen werden, in dem dann ein Flugloch der gewünschten Größe angebracht wird. Der Henkel der Kanne kann direkt zum Aufhängen verwendet werden.

Für Nistkannen spricht, dass sie aus stabiler und Wetterfester Keramik bestehen. Dadurch sind sie auch sehr einfach zu reinigen: Einfach mit heißem Wasser ausspülen. Sie sind eine interessante Art des Upcyclings und man kann für kleines Geld interessante neue Formen und Muster auf dem Flohmarkt finden. So ist es sehr einfach, seinen eigenen Stil in den Garten zu bringen.

Zu bedenken ist jedoch, dass dünne Keramikkannen wenig isolieren. Der Platz, wo die Kanne aufgehängt wird, will also gut ausgewählt werden. Außerdem sind die meisten Teekannen zu klein, um ein Nest mit Jungvögeln zu beherbergen. Man kann natürlich trotzdem ausprobieren, ob sie angenommen werden. Vielleicht wird die Nistkannen auch nur als Unterschlupf verwendet, womit sie aber auch schon einem guten Zweck dienen würde.

Nester

Vorgefertigte Nester bieten sich in manchen Spezialfällen an. Zum Beispiel kann man Schwalben nicht nur eine Nistplattform anbieten, sondern auch direkt ein fertiges Nest. Es gibt auch fertige Nester aus Ästen und anderem Material, wie sie z.B. für Störche verwendet werden.

Entscheidend ist hierbei, dass die gewünschte Vogelart fertige Nester auch annimmt. Störche nehmen am liebsten Nester, die schon erfolgreich bebrütet wurden und z.B. Kotspuren aufweisen. Andere Vögel hingegen mögen nur frische Nester und bauen jedes Jahr neu. Bei geeigneter Auswahl kann ein Nest eine gute Hilfe für Freibrüter sein.

Nisttöpfe

Nisttöpfe sind zu Bruthöhlen umgebaute Blumentöpfe aus Ton. Der Tontopf wird dafür mit der großen Öffnung nach oben aufgehängt. Die Öffnung wird mit einem Dach verschlossen und an der Seite wird ein Flugloch gebohrt.

Wichtig ist, dass der Topf ausreichend groß ist: Von Größe 15 für Sumpfmeisen, über Größe 21 für Blaumeisen bis hin zu Größe 23 für Kleiber kann man unterschiedliche Töpfe für unterschiedliche Vogelarten verwenden.

Eine genaue Bauanleitung für Nisttöpfe stellt der NABU zur Verfügung.

Nistplattform

Eine stabile Fläche, auf der ein Vogelnest angelegt werden kann, nennt man Nistplattform. Das kann ein einfaches Brettchen an einer Wand sein, welche Schwalben einen Nistplatz bietet. Aber auch eine aufwändige und stabile Metallkonstruktion, wie sie für Falken oder Störche verwendet wird, fällt in diese Kategorie.

Nistplattformen sind eine einfache Möglichkeit Freibrütern einen Platz zum Nestbau zur Verfügung zu stellen. Bei Anbringung in der Nähe von Menschen, sollte aber auch ein Kotbrettchen unter der Plattform angebracht werden, welches herabfallenden Vogelkot auffängt.

Nisttaschen & Nistampeln

Nisttaschen können als fertige geflochtene Höhlen gekauft werden. Naturschützer verwenden auch biegsame Äste, um sie zu einem einfachen Hohlraum zusammen zu binden. Frei aufgehängt nennt man diese Konstruktionen auch Nistampeln. Der Durchmesser der Nisttasche sollte ca. 15cm betragen. Am besten eignen sich Kiefer oder Ginsteräste. Die Nadeln oder Blätter werden nicht entfernt, damit sich eine geschützte Höhle bildet. Als zusätzlichen Schutz kann man Maschendraht anbringen. Die so entstandenen Taschen bieten Nistplätze für Zaunkönige und Waldbaumläufer. Kraut & Rüben bietet eine Anleitung als PDF an.

Niströhre

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Röhre. Beide seitlichen Öffnungen werden verschlossen, um eine Höhle zu bilden. In dieser Abdeckung befindet sich auch das Flugloch. Manche Varianten lassen auch eine spaltförmige Öffnung, die auch teilweise für Halbhöhlenbrüter geeignet ist.

Durch die Aufhängung der Röhre parallel zur Hauswand oder zum Baumstamm fliegt der Vogel quasi von der Seite ein. Diese einfache Bauart lässt sich gut nachbauen, wenn eine passende Röhre zur Verfügung steht.

Insektenhotels

Für Insekten gibt es spezielle Nisthilfen, die meist Insektenhotels genannte werden. Für Staatsbildende Insekten wie Wespen und Hornissen gibt es aber auch Kästen, die Vogelkästen nicht unähnlich sind. Nicht selten siedeln diese Insekten auch als ungewollte Gäste in für Vögel gedachten Kästen.

Dekohäuser

"Deko Nistkasten ungeeignet für Vögel, da viel zu klein"
ungeeignetes Dokohaus: Viel zu klein!

Gartenhandel und Baumärkte bieten eine Vielzahl von stark verzierten dekorativen „Brutkästen“ an, welche als Gestaltungs- und Dekoelement aufgehängt werden. Häufig sind diese Kästen für die Brut ungeeignet.

Es gibt zum Beispiel Kästen in ungewöhnlichen Formen, die etwa wie ein Wohnwagen aussehen. Oder auch Kästen mit ungewöhnlich geformten Fluglöchern oder gar mehreren Löchern. Die allermeisten dieser Dekohäuser sind zu dem einfach viel zu klein. Wenn Sie erfolgreich eine Brut unterstützen wollen, achten Sie auf eine Mindestgröße von 12cm mal 12cm.

Es spricht nichts dagegen, dekorative Elemente auf Balkon oder Terrasse aufzuhängen. Dabei sollte jedoch klar sein, dass dies kein Beitrag zum Vogelschutz ist. Wenn die Kästen in der prallen Sonne hängen, sollte sichergestellt werden, dass nicht doch ein unerfahrener Jungvogel hier zu brüten versucht. Verschließen Sie das Flugloch, wenn Sie keine an Hitzetod gestorbenen Jungvögel finden möchten.

Eine schöne Regel wäre: Für jedes schönen, aber nutzlose Deko-Vogelhaus sollte auch ein geeigneter echter Brutkasten aufgehängt werden.

Kombinationen aus Nistkasten und Futterhaus

Leider werden von vielen Deko-Herstellern auch Nistkästen mit eingebauter Futterstelle angeboten. Diese auf den ersten Blick multifunktionale Idee ist aber leider für unsere gefiederten Freunde ungeeignet. Sollte die Futterstelle angenommen werden, würde dies enormen Stress für das brütende Vogelpärchen bedeuten. Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen Säugling mitten in einem gut besuchten Restaurant aufziehen.

Häufig weisen diese kombinierten Nistkästen auch noch Konstruktionsmängel auf. Meist ist nicht sichergestellt, dass kein Vogelkot ins Futter gelangen kann. Parasiten und Krankheiten können sich so ausbreiten. Auch ist die Nisthöhle in den meisten Fällen viel zu klein. Füttern Sie gerne Vögel in ihrem Garten. Und bieten Sie gerne Nistplätze an. Aber bitte an getrennten, für den Zweck geeigneten Stellen.

Niststeine / Nistziegel

Nistziegeln sind Dachpfannen mit eingebauter Nisthilfe. In der Theorie soll so einfach ein Nistplatz auf einem Dach zur Verfügung gestellt werden.

In der Praxis liegen die meisten Dächer in der prallen Sonne und werden viel zu heiß. Auch sind Dächer nicht besonders gut erreichbar, um das Nest zu reinigen. Nistziegeln sollten daher nur in Ausnahmefällen verwendet werden.

Niststeine sind hohle Mauersteine, die eine Bruthöhle in einer Wand bieten können. Die kann in manchen speziellen Fällen eine geeignete Möglichkeit sein. Im Zweifel sprechen Sie aber lieber im Voraus mit einem Bauingenieur und einem Vogelschützer.

Nistbedingungen nach Vogelarten & Tieren

Jede Vogelart hat bestimmte Vorlieben für ihr Nest und die Aufzucht ihrer Brut. Für eine geeignete Nisthilfe müssen daher die Nistbedingungen berücksichtigt werden.

Meisen

Meisen sind typische Höhlenbrüter. Sie mögen eine geschlossene Höhle mit relativ kleinem Flugloch. Der Meisenkasten ist dabei zum Inbegriff der Bruthilfe geworden.

Achten Sie auch bei kleinen Meisen auf eine Mindestgröße von 12cm mal 12cm im Brutraum Bei Kohlmeisen dürfen es auch gerne 14cmx14cm sein. Der Kasten sollte in 1,8m – 2,5m Höhe hängen. Nur Sumpfmeisen und Tannenmeisen brüten auch gerne bis 3m hoch.

Ein Flugloch mit 26-28mm Durchmesser eignet sich für Blaumeisen, Tannenmeisen, Haubenmeisen und Sumpfmeisen. Kohlmeisen und Haubenmeisen bevorzugen 30-32mm als Größe für ihren Eingang.

Mit dem Brutbeginn ist ab Ende März zu rechnen. Teilweise wird aber schon ab Januar gebalzt, wobei auch potenzielle Nistplätze besichtigt werden. Meist gibt es nur eine Brut pro Jahr, die zwischen April und Juni stattfindet.

Die meisten Meisen sind in Wäldern und Gärten mit gemischtem Baumbestand zu finden. Tannen und Haubenmeisen leben jedoch meist im Umfeld alter Nadelbäume. Viele Meisen brüten gerne in der Nähe von Obstbäumen, in denen sie Insekten jagen können.

Ihr Nest polstern Meisen gerne mit Moos, Haaren, Federn und Halmen aus. Wenn diese Materialien im Garten vorhanden sind, unterstützt das die Nestbesiedlung.

Kleiber

Der Kleiber hat seinen Namen vom „kleben“, also vom Anpassen des Fluglochs seiner Bruthöhle mit Lehm. Daraus kann man direkt schließen, dass das Loch eines Nistkastens für den Kleiber nicht zu groß sein kann. Bei Nisthilfen muss er das Loch nur wenig anpassen, wenn es 30-32mm Durchmesser hat. Er wurde aber auch schon in großen Eulenkästen mit viel größeren Löchern gesehen. Mindestens sollte der Kasten eine Grundfläche von 14cm mal 14cm haben.

Ansonsten ist der Kleiber ein anspruchsloser Höhlenbrüter. Er passt sich seine Höhle einfach an seine Wünsche an. Undichte stellen oder Risse dichtet er mit Lehm ab. Das Innere der Nisthöhle wird mit lockerem, trockenem Material aufgefüllt. Hierfür verwendet er Knospenschuppen, trockenes Laub und Rinde (z.B. Spiegelrinde von Kiefern).

Da er auch für seine Nahrung Insekten in der Rinde sucht, ist für die Ansiedlung entscheidend, dass es alte Bäume mit grober Borke gibt.

In der Natur liegen die Nisthöhlen des Kleibers in genau diesen alten Bäumen in 10-15m Höhe über dem Boden. Nistkästen nehmen sie jedoch auch an, wenn sie 1,8-2,5m hoch hängen. Ein Kasten an einem Balkon im fünften Stock würde der Natur des Kleibers aber auch gut entsprechen.

Ab Ende Februar begibt die Suche nach einer geeigneten Nisthöhle. Das Nest wird dann ab Ende März gebaut. Im Juni werden die Jungvögel flügge. Meist brüten Kleiber nur einmal im Jahr. Wenn die Erstbrut erfolglos war, kann es auch zu einem zweiten Brutversuch kommen.

Sperlinge / Spatzen

Die Sperlinge sind eine ganze Vogelfamilie, von denen der Haussperling auch als Spatz bekannt ist. Allen Sperlingen gemeinsam ist, dass sie gerne in Kolonien brüten. Da sie zudem Höhlenbrüter sind, ist es für sich gar nicht leicht ein geeignetes „Reihenhaus“ zu finden, in dem mehrere Spatzenfamilien passende Höhlen finden. Da Spatzen inzwischen auch eine gefährdete Art sind, lohnt es sich hier besonders ihnen eine passende Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Das Flugloch für heimische Sperlingsarten sollte 30-32mm groß sein. Es gibt jedoch auch Nistkästen für Spatzen mit eckigen oder ovalen Eingängen.

Um die Koloniebildung zu unterstützen, sollten mindestens drei Höhlen zur Verfügung gestellt werden. Man sieht aber auch Spatzenkolonien mit deutlich mehr Brutpaaren. Mehr Nistplätze schaden also nicht. Diese können entweder in einem großen Spatzenkasten liegen oder auch durch mehrere Nisthilfen zur Verfügung gestellt werden.

Die Kästen sollten mindestens 2m hoch hängen und besonders gut gegen Katzen und Räuber gesichert werden.

Sperlinge brüten 2-3 mal pro Jahr. Daher geht die Brutsaison von März bis Ende August. Die Kästen werden auch gerne zur Überwinterung genommen, sollten also ganzjährig hängen.

Der Spatz mag vor allem Naturgärten und Hecken.

Stare

Wer Starenkasten hört denkt vermutlich zu erst an Geschwindigkeitsüberwachung im Straßenverkehr (Blitzer). Aber der Blitzer hat seinen Namen natürlich von einer Bruthilfe für Stare bekommen, der er ähnlich sah.

Im Prinzip ist ein Nistkasten für Stare mit einem Meisenkasten vergleichbar. Allerdings müssen seine Maße an die Größe der Vögel angepasst werden. Das Einflugloch sollte 45-50mm Durchmesser haben, damit die Stare den Kasten besiedeln können. Die Grundfläche sollte mindestens 16x16cm betragen.

Starenkasten sollten relativ hoch aufgehängt werden: Ungefähr 4 Meter über dem Boden gefällt es den Vögeln am besten. Mindestens 2m sollten es aber sein.

Einige erhältliche Starenkästen haben Auskragungen oder Vorräume. Dies erleichtert den Jungtieren am Flugloch auf ihre Eltern zu warten. Ein Nistkasten funktioniert auch ohne diese Besonderheit, aber beim Kauf kann auf die spezielle Eignung für Stare geachtet werden.

Die Balz beginnt beim Star ab Ende Februar. Sie brüten dann 1-2 Mal pro Jahr in der Zeit von April bis Juli. Sie brüten dabei gerne in der Nähe andere Starenpäärchen.

Als Nistmaterial wird grobes Material wie trockene Blätter, Halme und Wurzeln verwendet.

Stare ernähren sich von Insekten, aber auch von Beeren, Früchten und Nüssen. Ein Garten mit einem vielfältigen Nahrungsangebot hilft Staren bei der Aufzucht.

Rotkehlchen

Rotkehlchen werden oft als Nischenbrüter oder als Halbhöhlenbrüter bezeichnet. In der Natur brüten sie jedoch meistens auf dem Boden in Böschungen. Auch an ungewöhnlichen Brutplätzen wie in Gießkannen oder Eimern kann man Rotkehlchen-Nester finden. Trotzdem nehmen sie geeignete Nisthilfen auch gerne an.

Da sie an ganz unterschiedlichen Plätzen brüten, können auch ganz verschiedene Nisthilfen für Rotkehlchen geeignet sein. Häufig brüten sie in Halbhöhlen, also Brutkästen, die statt eines Fluglochs eine halb geöffnete Vorderseite haben, die auch für andere Vögel aufgehängt werden. Naturschützer raten inzwischen aber eher zu Kästen mit zwei großen (3x5 cm) ovalen Fluglöchern, die offen genug sind um angenommen zu werden, aber geschlossen genug um Schutz vor Räubern zu bieten. Alternativ können Brutkästen auch in Dornengebüsch aufgehängt oder mit Brombeer- und Rosenzweigen vor Eindringlingen geschützt werden.

Für naturnahe Gärten eignen sich auch besonders gut Nisttaschen als Nisthilfe für Rotkehlchen.

Die Nist-und Brutzeit dauert bei Rotkehlchen von April bis August. In dieser Zeit brüten sie meist zweimal in unterschiedlichen Nestern.

Hauptsächlich ernähren sie sich von Insekten, welche für eine erfolgreiche Brut ausreichend vorhanden sein müssen. Rotkehlchen gelten als klassische Waldrand, Hecken und Buschbewohner.

Zaunkönig

Zaunkönige sind sehr kleine Vögel, die nicht nur auf den Namensgebenden Zäunen sitzen, sondern vor allem auch im Unterholz unterwegs sind.

Dort bauen sie in der Natur auch ihre kugelförmigen Nester in das Wurzelwerk von Bäumen oder in niedriges Gebüsch.

Was Nisthilfen angeht ist der Zaunkönig nicht so wählerisch. Er nimmt Höhlen oder Halbhöhlen mit unterschiedlichen Fluglochgrößen an und passt sie nach seinen Bedürfnissen an. Wer ganz gezielt Zaunkönige ansiedeln möchte, kann Fluglöcher mit ca. 3cm Durchmesser verwenden. Außerdem gibt es spezielle Nistkugeln, sowohl aus Holzbeton als geflochtene Nisthöhlen. Werden diese relativ bodennah in Unterholz oder Gebüsch aufgehängt, kommen sie natürlichen Zaunkönig-Nestern sehr nahe.

Der Zaunkönig hat ein bis zwei Jahresbruten, in der Zeit von April bis Juli. Seine jungen füttert er mit Insekten, Insekteneiern und Larven.

Schwalben

Schwalben bauen ihre Nester aus Lehm und gerne unter Dachüberständen und an Gebäuden.

Der erste und einfachste Schritt, um Schwalben zu unterstützen ist daher Nistmaterial und Nistplätze zur Verfügung zu stellen. Als Nistmaterial reicht dabei schon eine dauerhaft nasse, lehmige Pfütze. Als Nistplatz eine geschützte Stelle mit rauem Untergrund, an der das Nest haftet. Ungehobeltes Holz oder Ziegelsteine sind hier gut geeignet.

Will man den Tieren ein gemachtes Nest zu Verfügung stellen, gibt es hierfür auch fertige Varianten. Meist bestehen sie aus einer viertelkugelförmigen Nistmulde, die an einem Brett angebracht ist. Dabei sollte man aber auf die Unterschiede zwischen den Schwalbenarten achten: Während Mehlschwalben gerne in Kolonien brüten und daher mehrere Nester benötigen, sind Rauchschwalben eher Einzelgänger. Rauchschwalben nehmen aber auch gerne Doppelnester an, und wechseln dann für die zweite Brut ins andere Nest. Mehlschwalben bevorzugen ein geschlossenes Nest mit einem kleinen Eingang, Rauchschwalben hingeben halboffene Nistmulden. Bei diesen darf die Distanz zwischen der Nestoberkante und der Decke ca. 10 cm betragen. Auch der bevorzugte Standort ist unterschiedlich: Mehlschwalben finden wir meist unter dem Dachüberstand, Rauchschwalben bevorzugt in Ställen und Schuppen.

In jedem Fall macht es Sinn ein Kotbrett unter dem Schwalbennest anzubringen, um Verschmutzung der Hauswand zu vermeiden. Das Brett sollte dabei mindestens 50cm unterhalb des Nestes sein, um die Schwalben nicht zu behindern und Räubern kein Sprungbrett zu bieten. Wenn es Probleme mit Tauben gibt, kann auch ein glattes Brett schräg in einem Winkel von 45 Grad angebracht werden, so dass Tauben dort nicht mehr sitzen können.

Leider sind Schwalben inzwischen als gefährdete Arten auf der roten Liste geführt. Einige Schwalbenarten sind dabei schon direkt vom aussterben bedroht, Rauch- und Mehlschwalbe sind immerhin in Kategorie 3: „gefährdet“. Daher ist in Deutschland das Zerstören von Schwalbennestern auch verboten und wird mit bis zu 50.000 € Ordnungsgeld geahndet.

Die Brutzeit der Schwalben geht von Anfang Mai bis Ende September. In dieser Zeit brauchen sie als Nahrung vor allem Fluginsekten, die sie vor allem an offenen Wasserflächen, Hecken und Obstwiesen finden.

Mauersegler

Mauersegler sind zwar, wie viele andere einheimischen Vogelarten, Höhlenbrüter. Sie haben aber dennoch besondere Bedürfnisse. Wie der Name Mauersegler schon vermuten lässt, brüten diese Vögel nicht wie Meisen in Baumhöhlen, sondern in Felsspalten und altem Gemäuer.

Daher bevorzugen sie dunkle Höhlen, die aber direkt anfliegbar sein müssen. Segler lassen sich regelrecht aus dem Nest fallen, und schlagen dann erst im Sturz mit den Flügeln. Daher müssen ihre Nester eine gewisse Höhe haben. Bei Mauerseglern sollten sich die Nisthöhlen mindestens 3m über dem Boden befinden, beim Alpensegler sogar 5m.

Mauersegler kommen erst relativ spät aus den Winterquartieren zurück (Ende April - Anfang Mai), wenn die meisten Nistplätze schon von anderen Arten belegt sind. Um zu verhindern, dass die für Mauersegler gedachten Nistkästen von anderen Vogelarten wie Spatzen oder Staren angenommen werden, sollte man ganz besondere Nisthilfen verwenden. Speziell für Segler gibt es Kästen, deren Flugloch an der Unterseite ist. Dies kommt dem Verhalten der Segler entgegen und macht die Kästen für andere Vögel unattraktiv.

Das Flugloch sollte außerdem Oval sein, um der Silhouette der Mauersegler zu entsprechen und gut abgerundet werden, um Schäden an ihren Federn zu vermeiden. Die Größe des Fluglochs sollte dabei 6cm mal 3cm betragen. Führt das Loch nicht von unten in den Kasten, sollte es zumindest an der Vorderseite so niedrig wie möglich angebracht sein. Ein Flugloch, das vertikal in der Mitte der Frontplatte angebracht wurde, ist für Mauersegler ungeeignet. Leider findet man immer wieder fertige Kästen mit dieser nicht optimalen Bauweise. Auch horizontal sollte das Loch am Rand des Kastens angebracht werden. Mauersegler bauen ihr Nest nicht unter dem Loch, wie z.B. Meisen, sondern neben dem Eingang. Wenn man von vorne auf den Kasten schaut sollte sich das Loch also z.B. ganz unten links in der Ecke befinden.

Da Mauersegler eine Spannweite von ca. 40cm haben, darf der Nistkasten auch nicht zu klein sein. Übliche Maße sind eine Breite von 30-40cm, eine Tiefe von ca. 25cm bei einer Höhe von 20-25cm.

Da Mauersegler zu den Koloniebrütern gehören, ist es sinnvoll mehrere Brutmöglichkeiten anzubieten. Wenn die Nisthilfen angenommen werden, sind Segler sehr nesttreu und kommen jedes Jahr wieder.

Wichtig ist bei Nisthilfen für Mauersegler der Schutz vor Witterungseinflüssen und Überhitzung. Der Nistkasten sollte selbst ein weit überstehendes Dach haben und zusätzlich an einem geschützten, nicht vollsonnigen Ort angebracht werden. Isolierende Materialien wie Holzbeton bieten sich an.

Im Nistkasten bauen die Segler eine Nestmulde aus Federn und Blättern, die sie im Flug aus der Luft sammeln. Teilweise findet man für Nisthilfen auch künstliche Nestmulden.

Die Brutzeit der Mauersegler geht von Ende April bis Ende Juli. Sie brüten typischerweise nur einmal pro Jahr.

Mauersegler gelten vor allem deswegen als gefährdet, weil Nistmöglichkeiten durch Gebäudesanierungen verloren gehen. Es bietet sich hier also besonders an, ihnen Ersatzhöhlen bereit zu stellen.

Wenn Nistmöglichkeiten nicht angenommen werden und die Nistkästen für Mauersegler leer stehen, kann es helfen Geräusche von Seglern über Lautsprecher abzuspielen. Sie fühlen sich als Koloniebrüter zu anderen Mauerseglern und schon verwendeten Nestern angezogen. Man kann also akustisch vorhandene „Nachbarn“ vortäuschen und die Höhlen so interessanter machen.

Dohle

Dohlen gehören zu den Rabenvögeln und sind eng verwandt mit Krähen.

In der Natur brüten sie oft in alten Spechthöhlen. Dohlen sind aber sehr anpassungsfähig und verwenden vom Kaninchenbau bis zu Lüftungsschächten alle sich bietenden Hohlräume zum Nestbau.

Nistkästen für Dohlen können auch im Gebäudeinneren (Dachböden, Kirchtürme) angebracht werden. Die Öffnung zur Außenwelt sollte dann 8cm Durchmesser haben. Auch das Flugloch in außen aufgehängten Nistkästen sollte 8cm Durchmesser aufweisen.

Der Boden des Kastens muss mindestens 25cm im Quadrat messen, um Dohlen ausreichend Platz zu bieten. Als Höhe für den Nistkasten werden ca. 45cm empfohlen.

Dohlen brüten gerne in luftiger Höhe. Der Kasten muss mindestens 5m hoch hängen, empfohlen werden 8-10 Meter Höhe. Daher sind vor allem große Scheunen, Kirchtürme und ähnliches geeignet, um dort Dohlenkästen aufzuhängen. Die schwer erreichbaren Kästen müssen dafür auch nur alle 2-3 Jahre gereinigt werden.

Als Koloniebrüter nehmen Dohlen gerne Plätze mit mehreren Höhlen an. Wenn möglich sollten daher Nisthilfen für Dohlen nicht einzeln hängen.

Dohlen brüten nur einmal pro Jahr in der Zeit von April bis Juni. Bei der Nahrung sind die Jungtiere nicht sehr wählerisch. Von Schnecken über Körner und Obst bis hin zu Aas fressen Dohlen so ziemlich alles.

Specht

Da der Specht seine Höhle selber baut, würde man meinen er benötigt keine Hilfe. Allerdings braucht er alte und morsche Bäume welche in modernen Gärten und forstwirtschaftlich geführten Wäldern kaum mehr vorkommen.

So kommt es immer wieder vor, dass Spechte fremde Nistkästen vereinnahmen und das Flugloch einfach auf Spechtgröße erweitern. Statt nun in einen Kampf mit den verzweifelten Spechten zu treten, weil sie unsere Nistkästen beschädigen, können wir ihnen einfach passende Nistkästen für Spechte aufhängen und damit zu einem friedlichen Miteinander kommen.

Bei uns kommen vor allem Buntspechte, aber auch Schwarzspechte und Grünspechte vor. Seltener auch Kleinspechte. Die Spechte gehören bei uns eher zu den großen Vögeln und brauchen entsprechend viel Platz im Brutraum. Die minimale Größe für einen Spechtkasten ist 15cm mal 15cm. Vor allem für größere Spechtarten geeigneter sind Kästen zwischen 20 und 30cm Kantenlänge der Grundfläche. Spechthöhlen sind meist höher als normale Nistkästen. Um die 50cm Höhe sind üblich, kleine Kästen können aber auch angenommen werden.

Das Flugloch sollte ca. 5cm Durchmesser haben. Kästen werden aber besser angenommen, wenn der Specht das Loch noch selbst ausarbeiten muss. Man kann hierfür ein kleineres Loch bohren oder das Loch nicht ganz durchbohren. Auch kann das Flugloch jedes Jahr von innen mit einer dünnen Holzplatte verschlossen werden, so dass der Specht es wieder öffnen kann.

Teilweise gibt es fertige Buntspecht Nistkästen, die mit einem Hartschaumkern gefüllt sind. Dies ermöglicht dem Specht seine gesamte Höhle selbst auszuarbeiten.

Da Spechte gerne in hohen Bäumen wohnen, muss der Kasten in mindestens 3 Metern Höhe angebracht werden.

Eulen / Käuze

Steinkäuze gehören zu den Eulen, von denen die meisten Höhlenbrüter sind. In der Natur brüten sie oft in Felsspalten, Baumstümpfen oder fremden Nestern. Ein eigenes Nest bauen Eulen nicht.

Für den Steinkauz Nistmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen macht besonders viel Sinn: Die Population dieser Vögel geht in Mitteleuropa zurück und sie sind laut der roten Liste gefährdet. Unter den Eulen sind die Käuzchen eher kleine Vertreter, so dass ihnen noch ein halbwegs handliche Nisthilfe genügt.

Für Steinkäuze werden meist Brutröhren aufgehängt. Diese müssen ca. 80cm lang sein und einen Durchmesser von 20cm haben. Das Einflugloch muss 6,5cm groß sein. Dabei muss Röhre nicht zwingend auf eine Runde form hindeuten. Eckige Kästen mit einer deutlich länglichen Form werden genau so angenommen. Eckige Formen haben den Vorteil einfach einen klappbaren Deckel zur Kontrolle und Reinigung integrieren zu können. Als Mardersicherung können zwei hintereinander liegende Frontplatten mit versetzten Fluglöchern angebracht werden (Zwischenwand). Es ergibt sich ein „S“-förmiger Eingang.

Der Steinkauz Nistkasten sollte dann in älteren Bäumen oder Obstbäumen in ca. 5-6m Höhe angebracht werden. Dabei den Kasten auf einem Ast anbringen, so dass die Jungvögel aus dem Kasten auf den Ast und zurück hüpfen können. Steinkauzröhren nicht hängend anbringen. Das Flugloch sollte Richtung Baumstamm zeigen und gut anfliegbar sein. Kirschbäume sind weniger gut geeignet, da die Erntezeit von Kirschen mit dem Ausfliegen der Jungtiere zusammenfällt. Als Einstreu kann Rindenmulch 2cm dick auf dem Boden der Röhre eingefüllt werden. Der Nistkasten muss nicht jährlich gereinigt werden, aber alle 2-3 Jahre sollte er überprüft und geleert werden.

Steinkäuze benötigen in ihrem Revier immer mehrere Höhlen. Die Höhlen werden als Quartier, Ruheplatz, Beutedepot und Bruthöhle verwendet. Daher sollten pro Revier drei Nistkästen angebracht werden.

Die Brutzeit der Steinkäuze liegt zwischen April und Juni. Sie fressen kleine Säugetiere aber auch Würmer und Insekten.

Waldkäuze sind in Europa deutlich häufiger und benötigen nur recht einfache Nistkästen. Ein klassischer Nistkasten mit einer Grundfläche von 30x30cm bis 40x40cm und einem Flugloch von 12-13cm bietet ihm ein Zuhause.

Für kleine Sperlingskäuze reicht schon ein Nistkasten von 16x16cm mit einem Flugloch von 4-6cm.

Schleiereulen benötigen einen komplett abgedunkelten Brutraum. Daher haben Nistkästen für Schleiereulen eine spezielle Innenwand (Schattenbrett), durch die kein Licht eindringen kann. Der Kasten selbst ist eher Röhrenförmig mit einer Länge von 1-1,2m und einer Breite von 50-60cm.

Waldohreule hingegen freuen sich über einen Korb als Nisthilfe. Der Durchmesser sollte dabei ca. 40cm betragen und der Korb gut und sturmsicher im Baum befestigt werden.

Gartenrotschwanz

Rotschwänzchen sind Halbhöhlen- bis Höhlenbrüter, bauen aber auch Nester auf einfachen Plattformen.

Grundsätzlich mögen sie mehr Licht im Nest, als andere Höhlenbrüter. Daher sollte die Öffnung entsprechend groß ausfallen. Bei herkömmlichen Nistkästen Können ein bis zwei Fluglöcher mit 32mm Durchmesser oder auch bis zu zwei ovale Einfluglöcher mit den Maßen 30mm mal 50mm verwendet werden.

Ansonsten können auch Halbhöhlenkästen verwendet werden, solange die Grundfläche mindestens 14cm mal 14cm, besser aber 20cm mal 20cm beträgt. Eine spezielle Halbhöhle, bei der der Hausrotschwanz quasi hinter Gittern brütet ist der Dreieckskasten. Die Stäbe schützen vor Nesträubern wie Krähen. Der dreieckige Kasten lässt sich leicht in Winkeln und Ecken anbringen.

Besonderheiten gibt es beim Gartenrotschwanz bei den Zeitpunkten zum Aufhängen des Kastens und zur Reinigung. Da Rotschwänze recht spät in ihre Reviere zurückkommen, können die Kästen gezielt erst Mitte April aufgehängt werden. So wird verhindert, dass andere Höhlenbrüter die Nistplätze belegen. Bei der Reinigung gibt es die Möglichkeit den Kasten direkt nach dem Ausfliegen der Jungen zu reinigen. So kann es in der gleichen Nisthilfe zu einer zweiten Brut kommen. Ansonsten können die Nester aber auch, wie üblich, im September gereinigt werden.

Die typische Nesthöhe bei Gartenrotschwänzen liegt zwischen einem und fünf Metern. Aus praktischen Gründern werden Nistkästen zwischen 2 und 3m Höhe aufgehängt. Der Gartenrotschwanz benötigt lockeren Baumbestand als Lebensraum und als Futter Insekten und Spinnen.

Falken

Für Turmfalken haben Nisthilfen eine besondere Bedeutung: Sie bringen mit ihnen mehr als doppelt so viele Jungvögel durch, wie bei Baumbruten.

Da die Falkenkästen aber mindestens 4m über dem Boden angebracht werden müssen, eignen sie sich besonders für Kirchtürme, Scheunen, Silos oder andere hohe Gebäude.

Falken brüten dann gerne in Halbhöhlenartigen offenen Kästen. Der Nistkasten sollte ca. 60cm breit und 45cm tief sein und eine höhe von 50cm haben. Der Nistbereich wird am besten mit Holzschnitzeln bedeckt. Der Nabu empfiehlt zusätzlich einen Lattenrahmen, der als 25cm breiter Vorbau Sitzgelegenheit für Jungvögel und Eltern bietet. So können die Jungvögel auch bei ersten Flugversuchen unterstützt werden.

Falken ernähren sich überwiegend von Mäusen, aber auch von großen Insekten.

Amsel / Drossel

Die Drosseln sind eine ganze Vogelfamilie, zu der auch die Amseln gehören. Umgangssprachlich wird diese Unterscheidung aber oft nicht so genau genommen.

Da Amseln zu den Freibrütern gehören, ist ein klassische Brutkasten für sie ungeeignet. Besser sind Nisthilfen, die ihnen den Nestbau in vorhandenen Büschen und Bäumen erleichtern. Das können Körbe oder Nistplattformen sein. Auch spezielle Freibrüter-Nisthilfe, wie sie im Handel angeboten werden, kommen in Frage. Amseln nehmen teilweise auch Halbhöhlen an. Möglichst offene Nistkästen kommen also auch als Amselwohnung in Frage.

Amselnester sind durchschnittlich 16cm groß. Entsprechend sollte ausreichend Platz zum Nestbau vorhanden sein. Dabei sollte der Nistplatz gut geschützt und halbdunkel liegen, zum Beispiel in Nadelbäumen.

Als Nistmaterial müssen Zweige, Grashalme und Moss zur Verfügung stehen, aus denen das Amselweibchen eine Nistmulde baut. Amseln bauen in der Regel für jede Brut ein neues Nest. Eine Nisthilfe sollte daher, genau wie ein Nistkasten, gereinigt werden.

Nistbedingungen Übersicht

Vogelart Nistart Nestgröße Flugloch Nesthöhe
Blaumeise Höhle 12x12cm 26-28mm 1,8-2,5m
Kohlmeise Höhle 14x14cm 30-32mm 1,8-2,5m
Tannenmeise Höhle 12x12cm 26-28mm 1,8-3m
Haubenmeise Höhle 12x12cm 26-28mm 1,8-2,5m
Kleiber Höhle 14x14cm 30-32mm oder größer 1,8-15m
Spatz Höhle / Kolonie 14x14cm 30-32mm min. 2m
Sperling Höhle / Kolonie 14x14cm 30-32mm min. 2m
Star Höhle mit Auskragung 16x16cm 45-50mm 2-4m
Rotkehlchen Halbhöhle / Nisttasche min. 12x12cm zwei mal 3x5cm oval oder halboffen max. 3m
Zaunkönig Kugelnest / Höhle 20cm Durchmesser (Kugel) min. 30mm niedrig, in Hecken
Mehlschwalbe Lehmhöhle / Kolonie direkt unter der Decke
Rauchschwalbe Lehmhöhle / einzeln 10cm Abstand zur Decke
Mauersegler Höhle / Kolonie 30x25x20cm 6cmx3cm oval, von unten min. 3m
Alpensegler Höhle / Kolonie 30x25x20cm 6cmx3cm oval, von unten min. 5m
Dohle Höhle 25x25cm 8cm 5-10m
Specht Höhle min. 15x15cm, besser 30x30x50cm 5cm, teilweise verschlossen min. 3m
Steinkauz Brutröhre auf einem Ast 80x20cm 6,5cm 5-6m
Sperlingskauz Höhle 16x16cm 4-6cm
Waldkauz Höhle 30x30cm 12-13cm
Schleiereule abgedunkelte Röhre 100x50cm 15x20cm
Waldohreule Freibrüter / Brutkorb 40cm
Gartenrotschwanz Halbhöhle / Höhle 20x20cm zwei mal 3x5cm, oval oder halboffen 2-3m
Turmfalke Halbhöhle 60x45x50cm halboffen min. 4m
Amsel Freibrüter 16cm

Weblinks

Angebote zu Nisthilfen

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