Blackbox Gardening

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(Weitergeleitet von Christian Kreß)
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Blackbock Gardening ist ein Prinzip der Gartengestaltung, welches stark auf selbst versamende Pflanzen setzt. Durch Dynamik und Zufall wandelt sich das Erscheinungsbild des Gartens und Pflanzen finden von selbst einen geeigneten Standort.

Geprägt wurde der Begriff Blackbox Gardening durch Jonas Reif und Christian Kreß im gleichnamigen Buch, welches 2014 erschienen ist.

Was bedeutet der Begriff Blackbox Gardening?

Eine Blackbox ist ein komplexes System, dessen innere Wirkungsweise nicht näher betrachtet wird. Stattdessen ist nur das Verhalten nach außen interessant. Nachdem ein bestimmter Startzustand hergestellt wurde, laufen verschieden Prozesse in der Blackbox ab, die von außen nicht im Detail nachvollziehbar sind. Relevant ist dann nur das Endergebnis.

Beim Blackbox Gardening wird der Input durch die eingebrachten Pflanzen und Samen bestimmt. Die Blackbox sind dabei die biologischen und ökologischen Prozesse im Garten. Weder die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, noch die Standortanforderungen werden im Detail betrachtet. Das Ergebnis ist - ohne dass der Gärtner ins Detail eingreift - ein Garten, in dem jede Pflanze an einem geeigneten Standort wächst.

"Blackbox-Gardening ist in seinen Bestandteilen nichts Unbekanntes, sondern eine Verknüpfung von Vorhandenem. Es handelt sich um eine konsequente Weiterentwicklung eines gestalterischen und philosophischen Ansatzes, der uns zu ganz neuen, hochdynamischen und dadurch besonders lebendigen Gärten führt.", so die Autoren im Buch.

Vorteile des Blackbox Gardening

Blackbox Gardening ist eine naturnahe Variante des Gärtnerns, bei dem nur unterstützend und ordnend eingegriffen wird. Dafür ist deutlich weniger Pflegeaufwand nötig, als für den dauerhaften Erhalt eines sehr klassischen Gartens.

Zudem kann Blackbox Gardening sehr preisgünstig ausgeführt werden. Teilweise reichen wenige Initialpflanzen und Samen zur Anlage eines Gartens.

Bei dieser Art der Gartengestaltung ist auch keine vollständige Planung des Gartens im Voraus nötig. Detaillierte Kenntnisse über Wachstumsbedingungen und ökologische Prozesse sind nicht zwingend erforderlich.

Nachteile des Blackbox Gardening

Einer der Nachteile dieser Gartengestaltung liegt in der begrenzten Planbarkeit. Da im Voraus nicht bekannt ist, welche Pflanzen wann auf welchen Flächen wachsen, ist eine genaue Gartenplanung nicht möglich. Auch ein exaktes Design nach Farben und Blütezeiten kann nicht umgesetzt werden.

Durch den Schwerpunkt auf versamende Pflanzen gibt es viele Flächen auf denen auch Unkräuter keimen können. Dabei besteht die Gefahr, dass invasive Arten den Garten regelrecht überwuchern. Genaue Pflanzenkenntnisse und regelmäßiges Ausdünnen sind dann nötig, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Eine Reihe beliebter Gartenpflanzen passen nicht in das Konzept von Selbstversamung und natürlicher Ausbreitung. Gerade langsam wachsende Arten und Solitärpflanzen wollen korrekt gepflanzt und gepflegt werden. Eine Kombination verschiedener Ansätze ist möglich, erfordert aber das nötige Fachwissen.

Blackbox Gardening - das Buch

Das Buch Blackbox Gardening von Jonas Reif und Christian Kreß ist 2014 im Ulmer Verlag erschienen. Es enthält auf 188 Seiten 221 Farbfotos vom Fotografen Jürgen Becker.

Im Jahr 2015 wurde es mit dem Deutschen Gartenbuchpreis als bester Ratgeber ausgezeichnet.

Auf englisch ist es erschienen unter dem Titel Cultivating Chaos: How to Enrich Landscapes with Self-Seeding Plants.

Der Autor Jonas Reif ist Chefredakteur beim Fachmagazin Garten Praxis und studierter Landschaftsplaner. An der TU Dresden forschte er auf dem Gebiet Pflanzenverwendung. Außerdem ist er Autor des Foerster-Stauden-Kompendiums.

Christian Kreß ist Inhaber der Gärtnerei Sarastro-Stauden. Er ist durch eigene Züchtungen und zahlreiche Artikel bekannt.

Weblinks

Angebote zu Blackbox Gardening

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