Vegetatives Wachstum

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Vegetatives Wachstum bezeichnet jedes lebenserhaltende Pflanzenwachstum. Dazu gehören Wachstum der Blätter, der Triebe und der Wurzeln. Der Begriff wird vor allem als Abgrenzung zum generativen Wachstum verwendet.

Merkmale von vegetativem Wachstum

Vegetatives Wachstum einer Tomatenpflanze

In der Phase des vegetativen Wachstums wird Pflanzenmasse aufgebaut. Meist wächst die Pflanze sichtbar. Die Pflanzenernährung mit Nährstoffen und Energie durch Photosynthese wird sichergestellt. Die Pflanze sichert sich ihre Position im Ökosystem und versucht sich gegen Nachbarpflanzen durchzusetzen.

Vegetatives Wachstum kann jedes Pflanzenorgan, mit Ausnahme der Fortpflanzungsorgane, betreffen. Es können also sowohl die Blätter, als auch der Spross oder die Wurzeln wachsen. Bei zweikeimblättrigen Pflanzen kann die Pflanze durch das sekundäre Dickenwachstum auch in die Breite wachsen, während bei Einkeimblättrigen das Wachstum von einem zentralen Vegetationspunkt ausgeht.

Auslöser für vegetatives Wachstum

Vegetatives Wachstum entspricht dem grundlegenden Überlebenstrieb der Pflanze. Trotzdem gibt es Ruhephasen, in denen das Wachstum zurückgefahren oder gestoppt wird.

Der erste Auslöser für Wachstum während des Pflanzenlebens ist die Keimung des Samens. Auslöser hierfür können vielfältig sein, schließen aber meist die Temperatur, Feuchtigkeit und den Abbau einer Keimhemmung ein.

Nach Abschluss der Fortpflanzung löst die Samenreife einen hormonellen Reiz aus, der den Wechsel vom der geschlechtlichen Entwicklung zurück zur ungeschlechtlichen Entwicklung ermöglicht.

Die meisten mehrjährigen Pflanzen legen Ruhephasen ein. Dies kann auf Grund von Kälte, Trockenheit, Hitze oder Nährstoffmangel geschehen. Das Ende dieser Mangelperiode löst meist einen starken Wachstumsschub aus, wie er in Mitteleuropa z.B. im Frühjahr nicht zu übersehen ist.

Bedeutung von vegetativem Wachstum

Bedeutung für die Pflanze

Das Wachstum der Pflanze dient in erster Linie dem nackten überleben. Die Nährstoff- und Energieversorgung müssen sichergestellt werden. Außerdem muss ein Überschuss produziert und eingelagert werden, um Reserven für die Ressourcen zehrende Fortpflanzung anzulegen. Diverse Metamorphosen können dabei Nährstoffe einspeichern: Zwiebeln, Knollen, verdickte Stängel und Blätter sind nur einige Beispiele.

Blattwachstum

Die Blätter erzeugen für die Pflanze lebenswichtige Energie durch Photosynthese unter Ausnutzung der Sonneneinstrahlung. Das Blattwachstum dient daher zur Maximierung der Energieausbeute durch vergrößerte Blattfläche. Außerdem versucht die Pflanze die Blätter möglichst ins Licht zu schieben, da sie im Schatten nur wenig Sonnenenergie nutzen kann.

Sprosswachstum

Ein ausgeprägter Spross hebt die Blätter über den Boden und andere Vegetation und verschafft der Pflanze dadurch einen Vorteil: Mehr Blätter können aus dem Schatten ins direkte Sonnenlicht geschoben werden und damit die Energie optimal genutzt werden. Viele Pflanzen bilden zusätzlich einen Horst aus dicht wachsenden Sprossen, um Konkurrenten aus dem eigenen Lebensraum zu verdrängen. Sie fahren sozusagen die Ellenbogen aus, um ihren eigenen Platz zu sichern. Dies ist nötig, da Pflanzen sich nicht, wie Tiere, zur nächsten Nahrungsquelle bewegen können, sondern an ihrem zufälligen Standort die zur Verfügung stehenden Mittel bestmöglich ausnutzen müssen.

Wurzelwachstum

Im gleichen Maß. wie die Pflanze in die Höhe wächst, muss sie im Boden verankert werden. Ohne ausreichenden Halt durch die Wurzel müssten Pflanzen einfach umfallen oder beim nächsten Windstoß umgeworfen werden.

Außerdem versorgt die Wurzel die übrigen Pflanzenorgane mit Wasser und im Wasser gelösten Nährstoffen.

Zwischen den Wurzeln und der restlichen Pflanze muss ein Gleichgewicht bestehen. Ist die Pflanze zu groß für die Wurzeln, vertrocknet sie weil sie nicht mit ausreichend Wasser versorgt werden kann. Sind die Wurzeln zu groß für die Pflanze, kann die Pflanze nicht genügend Energie für weiteres Wurzelwachstum bereitstellen.

Bedeutung für den Gärtner

Das vegetative Wachstum sichert nicht nur das Überleben der Pflanze, sondern stellt auch die Energie für eine starke Blüte zur Verfügung. Es muss daher durch den Gärtner unterstützt und beobachtet werden. Ausschlaggebend sind hierbei die Wachstums- und Ertragsgesetze, welche kurz zusammengefasst aussagen, dass alle Wachstumsfaktoren in ausgewogener Menge zur Verfügung stehen müssen.

Siehe auch

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